Rezension: Weil ich Layken liebe von Colleen Hoover

Samstag, 28. März 2015| | 0 Kommentare

Colleen Hoover - Weil ich Layken liebe



Inhalt:
Layken ist gar nicht glücklich über den Umzug ihrer Familie von Texas nach Michigan. Erst hat sie ihren Vater verloren, nun ihr Umfeld. Doch dann lernt sie Will kennen - und verliebt sich innerhalb weniger Tage rettungslos in ihn. Und er sich in ihn. Eine Liebe, die eigentlich nicht sein darf ...

Taschenbuch
Originaltitel: Slammed
Seitenanzahl: 384
Verlag: dtv
Erscheinungsjahr: 2013
Sprache: deutsch

Meine Meinung:
Dieses Buch wurde mir empfohlen und trotz der Einordnung ins Jugendbuchgenre machte mich der Klappentext neugierig. Ich konnte ja nicht ahnen, was auf mich zukommen würde.

Gleich vorab: wer dieses Buch lesen will, sollte Taschentücher bereitlegen.

Colleen Hoover hat einen Schreibstil, der sehr einfach und daher locker zu lesen ist, aber einem ans Herz geht. Die Art, wie sie Layken ihr Leben, ihre Gefühle schildern lässt, entwickelt sich zu einem Sog. Man ist tief in Laykens Gedanken, fühlt sofort mit ihr mit.
Lake ist Halbwaise geworden und dann kommt da Will, der auch keine Eltern mehr hat - und zusätzlich für seinen kleinen Bruder sorgt, eine Verantwortung, die er mehr als ernst nimmt.
Bei den beiden knistert es sofort, man spürt es richtig selbst.
Beide vom Schicksal gebeutelt, das noch so viel mehr für sie in petto hat - und beide überaus sympathische Charaktere, mit denen man gerne lacht und mit denen man richtig mitleidet.

Die kleinen Brüder der beiden, Kel und Caulder, sind mir ebenfalls so richtig ans Herz gewachsen, dass ich ihnen nur das Beste wünsche, zwei Kinder, die in ihrem kurzen Leben schon lernen mussten, was Leid ist. Und das auch ertragen.

Doch nicht nur die vier, ich habe jeden in mein Herz geschlossen. Lakes Mutter Julia, die alles für ihre Kinder tut, immer genau die richtigen Worte hat, Eddie, deren Geschichte noch zusätzlich für Tränenfluss sorgt (ich liebe einfach die Szene mit Joel), Gavin - ach, einfach alle.
Hoovers Charaktere haben es wirklich nicht leicht im Leben, jeder hat sein Päckchen zu tragen, dennoch kommt keiner zu kurz.
Man ist bei ihnen, steht neben ihnen, wenn das Schicksal zuschlägt, möchte sie in den Arm nehmen, wenn sie weinen. Und man weint mit ihnen.

Besonders gefallen haben mir die kurzen Einschübe in Poetry Slam Form berührt, so perfekt für die Geschichte,  und das, obwohl ich Gedichten nie etwas abgewinnen konnte.

Bei diesem Buch passt einfach alles: die Geschichte, der Stil, die Gedichte, die Charaktere.

Mehr möchte ich gar nicht mehr schreiben, möchte nicht zuviel verraten, kann diesen Zauber eh nicht einfangen. Lest es und lasst euch von der Liebesgeschichte um Will & Layken gefangen nehmen. Ihr werdet es nicht bereuen.

Und mein Tipp zum Schluss: haltet Band 2 bereit - ihr möchtet sofort weiterlesen.

Fazit:
Berührend, ohne rührselig zu sein




Rezension: Das goldene Ufer von Iny Lorentz

Samstag, 21. März 2015| | 0 Kommentare

Iny Lorentz - Das goldene Ufer



Inhalt:
Die Kriegswaisen Gisela und Werner werden als Kinder vom Grafen von Renitz aufgenommen, da Walther ihm das Leben gerettet hat. Das ändert das Leben der beiden, denn Walther kann nun studieren und auch Gisela hat gute Aussichten auf der Burg voranzukommen. Im Laufe der Zeit entwickeln sich Gefühle, aber der eifersüchtige Sohn des Grafen gönnt Walther nichts - schon gar nicht die schöne Gisela ...


Taschenbuch
Seitenanzahl: 640
Verlag: Knaur
Erscheinungsjahr: 2013
Sprache: deutsch


Meine Meinung:
In ihrer neuen Reihe nimmt sich das Autorenpaar dem spannenden Thema Auswanderung an. Hier im ersten Band erzählen die beiden, wie Walther und Gisela aufwachsen, wie in Walther langsam der Gedanke wächst, dem strengen Deutschland zu entkommen - und wie er und Gisela zu einander finden.


Walther und Gisela sind zwei sehr sympathische Charaktere, die jedoch nicht von selbst zueinander finden, obwohl sie Gefühle für einander haben. Die Umstände bringen sie zusammen, die natürlich mal wieder nicht ohne sind. Der Sohn ihres Gönners ist hinter Gisela hier - und auch die Religion steht zwischen den beiden. 

Das Buch spielt Anfang des 19. Jahrhunderts und beginnt mit der Schlacht von Waterloo, in der Walther dem Grafen von Renitz das Leben rettet. 

Wir begleiten die beiden durch die ersten Jahre, dann Walther an der Uni und mit seinen Kommilitonen, die in ihm den Wunsch reifen lassen, gen Amerika aufzubrechen. Und letztendlich, wie sie tatsächlich gezwungen werden, auszuwandern - und wie sie angenommen werden. 

Es ist einfach eine spannende Geschichte, die einem dem Wunsch und später das Müssen einer Auswanderung früher näherbrachten, die Hoffnung, dort ein besseres Leben führen zu können, als in Deutschland als Magd (und damit Freiwild für Männer) oder als niederer Angestellter, immer auf die Gunst der Adligen angewiesen.
Zusätzlich wird die Kluft der Religion angesprochen, die damals größer war als heute. 

Natürlich läuft es auch etwas nach dem Lorentz'schen Schema F, aber wer Bücher der beiden liest, weiß, worauf er sich einlässt - und ich genieße es. 

Wie immer sehr gut recherchiert, katapultiert die Geschichte einen in die Zeit des Geschehens, lässt einen Teil davon werden. Dank des tollen Schreibstils und der lebendigen Charaktere (Haupt- wie Neben) ist man mittendrin, erlebt alles hautnah mit und meint, das Grauen der Überfahrt an eigenem Leib zu erleben.

Ich bin schon sehr gespannt, wie es Gisela und Walther in Teil 2 ergeht.

Fazit:

Vielversprechender Beginn einer neuen Reihe





Rezension: Ein ganzes halbes Jahr von Jojo Moyes

Donnerstag, 19. März 2015| | 0 Kommentare

Jojo Moyes - Ein ganzes halbes Jahr


 
Inhalt:
Als Lou Clark arbeitslos wird, fällt es ihr in ihrem kleinen Heimatort schwer, eine neue Anstellung zu finden. Dabei braucht ihre Familie dringend das Geld. Also nimmt sie an einem Vorstellungsgespräch für einen Pflegerjob teil, obwohl sie Angst hat, Hintern abwischen zu müssen. Zu ihrer eigenen Überraschung wird sie genommen - doch nicht, um Will Traynor zu pflegen, sondern um ihm zu zeigen, wie schön das Leben ist - auch als Behinderter ...

Taschenbuch
Seitenanzahl: 512
Verlag: rororo
Erscheinungsjahr: 2013
Sprache: deutsch

Meine Meinung:
Lange hab ich gezögert, war trotzdem immer neugierig, ob an dem Hype um dieses Buch etwas dran war - wie soll man das herausfinden, wenn man es nicht liest?

Tatsächlich war ich ziemlich schnell in der Geschichte drin, sodass ich alles um mich herum vergaß und nur noch las.

Lou ist eine sehr sympathische Protagonistin, die das ganze halbe Jahr, das sie bei den Traynors angestellt ist, aus ihrer Sicht schildert. Sie ist etwas verrückt, hat Träume, traut sich jedoch nicht, sie in die Tat umzusetzen. Sie hält lieber an dem fest, was sie hat, auch wenn sie in ihrem Inneren weiß, dass es sie einsperrt.

Mit ihrer ungezwungenen Art und dem lockeren, aber angemessenen Ton hat sie mich sofort in ihr Leben gezogen.

Will dagegen ist wirklich eingesperrt, gefesselt an einen Rollstuhl, nur in der Lage, Kopf und Hände zu bewegen. Sein abenteuerreiches Leben liegt hinter ihm, eine trostlose Zukunft voller Pflege vor ihm. Ein Mann, der die Welt bereist hat und noch lange nicht damit fertig war - und nun auf ewige Pflege angewiesen ist.

Es ist hart, zu sehen, wie er alle von sich stößt, auch Lou, die dadurch sehr verunsichert wird. Aber als sie anfängt, sich von ihm nichts mehr gefallen zu lassen, knüpfen sie langsam zarte Bande. Es geht langsam, Schritt für Schritt, aber es ist schön, mitzuerleben, wie die beiden sich näher kommen und Will aus seinem Schneckenhaus gekrochen kommt.

Lou zeigt ihm, dass das Leben auch schöne Seiten hat, auch wenn sie es manchmal sehr kompliziert gestaltet und ich manchmal nur den Kopf schütteln konnte - aber manchmal zählt eben doch der Wille mehr als die Tat selbst.

Das Buch zeigt gekonnt, dass das Leben nicht vorbei ist, wenn man eine Behinderung hat, aber auch, dass das jeder für sich selbst entscheiden muss. Die Menschen sind frei, zu entscheiden, wie sie leben wollen - sie sollten auch die Wahl haben, ob.

Niemand kann in einen Menschen sehen, fühlen, wie er fühlt. Wir sind beeinflusst von unseren eigenen Gefühlen. Wenn wir einen Menschen am Leben halten wollen, der das nicht will, sind wir egoistisch. Lieben heißt, auch loslassen zu können. Das wird gezeigt, als Wills Mutter Camilla zu Wort kommt.

Diese Einschübe fand ich besonders schön, denn auch Wills Pfleger schildert seine Sicht über die Veränderungen an seinem Chef, ebenso wie Lous Schwester, als es Lou schlecht geht.

Ein ganzes halbes Jahr ist unheimlich berührend, auch wenn man ahnt, worauf es hinausläuft, sollte man die Taschentücher bei sich behalten - mich hat dieses Buch zu Tränen gerührt, mitgenommen und doch einiges aufgezeigt, über das man viel zu selten nachdenkt.

Fazit:
Lieben heißt, auch loslassen zu können


Rezension: After Passion von Anna Todd

Mittwoch, 11. März 2015| | 1 Kommentare

Anna Todd - After Passion



Inhalt:
Tessa Youngs Leben ist genauestens geplant: Abschluss, College, Beruf, Hochzeit mit ihrem langjährigen Freund. Doch die erste Woche an der WCU stellt ihr Leben komplett auf den Kopf. Ihre Mitbewohnerin ist ungewöhnlich und ihre Freunde ebenso - und als sie Hardin näherkommt, ist plötzlich nichts mehr wie es war ...

Taschenbuch
Originaltitel: After
Seitenanzahl: 704
Verlag: Heyne
Erscheinungsjahr: 2015
Sprache: deutsch

Meine Meinung:
In den sozialen Netzwerken kommt man momentan an diesem Buch überhaupt nicht vorbei, überall wird gelobt und gelesen - und ich wurde neugierig. Gemeinsam mit 3 lieben Mädels hab ich das Buch also gelesen.

Als Erstes: ich habe Shades of Grey nach 200 Seiten entnervt abgebrochen, also nie zuende gelesen. Dennoch haben sich mir einige Ähnlichkeiten aufgedrängt.

Tessa. 18 Jahre alt, wunderschön und naiv wie eine 10jährige. Von Sex natürlich keinen blassen Schimmer, obwohl sie seit Jahren einen festen Freund hat. Aber Noah ist auch so eine Sache für sich ... Natürlich wollten die beiden auf die Hochzeitsnacht warten. Soll's ja tatsächlich noch geben, daher mal keinen Punktabzug wie bei Anastasia Steele.

Hardin passt da wirklich perfekt dazu. Natürlich ein Bad Boy, der sich ihr zuliebe ändern will. Von sich aus, klar. Wobei ich die Definition von Bad Boy da etwas, nunja finde. Er ist tätowiert, trägt Piercings, trinkt und raucht aber nicht (zumindest fast nicht). Er geht zur Uni und arbeitet. Tessa ist in dieser Geschichte für mich das größere Problem, unheimlich naiv und teilweise nervend. Sie macht Probleme, wo gar keine sind - auch wenn Hardin nicht ohne ist.

Da der Roman aus ihrer Sicht geschrieben ist, kann man einiges nachvollziehen - aber trotzdem möchte man sie manchmal einfach nur schütteln und zur Räson bringen.

Die beiden ergeben ein etwas eigenwilliges Paar, das aber durchaus seinen Reiz hat. Nur leider vergeht sich die Autorin in einem Schema: Streit, Versöhnung, Sex, herbeigeführtes Problem, Streit, Versöhnung, Sex.

Sex gibt es übrigens in verschiedensten Abstufungen, kommt ziemlich viel vor und das auch nicht gerade harmlos beschrieben, aber es ist nicht so unrealistisch wie in Shades of Grey, sondern lässt Tessa langsam zur Frau werden - es ist nachvollziehbar.

Trotz des Vorhersehbaren folgt man der Story gern, fragt sich, was für ein Problem als nächstes forciert und wohin das alles führen wird. Und die Auflösung ist ... großes Autsch. Irgendwie hätte man's ahnen können, irgendwie ist es ein Klischee, aber: es trifft einem trotzdem. Mehr als man selbst denkt, denn die meiste Zeit amüsiert man sich über die Geschichte, ist nur am Kopf schütteln, aber zum Schluss hin fühlt man dann trotzdem mit den beiden, was einen wohl am meisten überrascht.

Der Cliffhanger ist mehr als fies, sodass man gerne weiterlesen möchte - aber ich denke, Abstand zu den beiden tut ganz gut, bevor man frisch und unvoreingenommen in Band 2 startet (ja, ich geb's zu, ich muss wissen, wie es weitergeht!)

Letztendlich ein Buch, das man nicht ernstnehmen darf, dem man schon gar nicht folgen sollte, aber die leichte Art, die kurzen Kapitel und die einfache Schreibweise sorgen dafür, dass man innerhalb kürzester Zeit durch und doch neugierig auf Band 2 geworden ist.

Fazit:
Life won't change after reading


Vielen Dank an Heyne für dieses Buch!

Rezension: Anklage von John Grisham

Donnerstag, 5. März 2015| | 0 Kommentare

John Grisham - Anklage



Inhalt:
Samantha Kofer ist eine New Yorker Anwältin und hat große Pläne hinsichtlich ihrer beruflichen Zukunft. Pläne, die durchkreuzt werden, als sie plötzlich auf der Straße steht. Man bietet ihr an, sie auf der Warteliste zu halten, wenn sie ehrenamtlich tätig wird. So verschlägt es sie in das Kaff Brady, wo sie auf einmal mit Menschen arbeiten und deren Leid ertragen muss ...

Hardcover

Originaltitel: Gray Mountain
Seitenanzahl: 512
Verlag: Heyne
Erscheinungsjahr: 2015
Sprache: deutsch

Meine Meinung:
Ein neuer Grisham und der erste, den ich gelesen habe, in dem eine Frau die Hauptrolle spielt. 

Samantha ist ehrgeizig, hat einen festgesteckten Lebensplan und ist nur auf ihre Karriere fixiert. 100 Stunden in der Woche langweile Dinge zu bearbeiten sind der Preis, den sie zahlen muss. Bis sie arbeitslos wird und in Virginia das Leid anderer zu spüren bekommt.

In Brady ist nicht nur die Armutsrate recht hoch, sondern es ist auch ein Kohleabbaugebiet, in dem rücksichtslose Konzerne die Natur und die Menschen ausbeuten. Und darum geht es größtenteils in diesem Roman: Kohle, wie sie abgebaut wird und wie einzelne Menschen dagegen ankämpfen. 
An sich könnte man dieses brisante Thema sicher spannend verpacken, nur leider wiederholt sich Grisham oft. Man bekommt die Tragweite dessen nicht ausreichend zu spüren, was es heißt, gegen die Mühlen der Justiz zu kämpfen. Stattdessen schiebt er viele kleinere Fälle ein, mit denen sich Samantha beschäftigt - und im Nachhinein betrachtet, war das wohl gut so, denn gerade diese menschlichen Tragödien gingen nah und retten somit das Buch.

Denn die Menschen dort waren echt, greifbar, während Protagonistin Samantha blass und beinahe unsympathisch wirkt. Auch zum Rest der Charaktere fällt es schwer, eine Verbindung aufzubauen, so toll ihre Ziele und Antriebe auch sind. Mattie, die die Law Clinic betreibt und somit mittellosen Menschen kostenlos hilft, Donovan, der gegen die Kohleunternehmen kämpft oder auch sein Bruder - alle bleiben farblos. Keiner der Schläge, die Grisham einbaut, trifft einen, denn warum auch? Man ist schließlich nur ein Zuschauer. 
Man fühlt sich in Brady nicht heimisch, ich hatte gehofft, dass einem die Bewohner durch irgendwelche Kleinstadtepisoden wie zu Beginn nähergebracht werden. Man ist nicht dort. 
Man fühlt sich dort ebensowenig wohl wie Samantha, ein Punkt, der das Ende fast ins Lächerliche zieht. Sie hätte sich ändern können, hätte einem ans Herz wachsen können, doch die Möglichkeiten wurden einfach nicht ausgeschöpft, vermutlich aus Angst, ins Klischeehafte zu driften.
Ich bin gespannt, wie er das weiterführen will, denn seine neue Heldin überzeugt in keinster Weise - vielleicht sollte er bei den männlichen Akteuren bleiben. 

Die Geschichte ist interessant, zeigt einen Dinge auf, die man nicht kennt, die einen entsetzen, und bietet auch Spannung - aber es ist verschenktes Potenzial, man hätte soviel mehr draus machen können. 
   
Fazit:

Blasse Charaktere in grauer Umgebung
 

Mein Dank gilt Heyne für das Rezensionsexemplar!

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