Rezension: Morbus Dei: Das Inferno von Zach/Bauer

Montag, 21. Juli 2014| | 0 Kommentare

Hallo!
Heute rezensiere ich das zweite Buch der ''Morbus-Triologie'', dessen Rezension ähnlich gut wie die erste ausfällt.

Aber lest selbst :)

Inhalt:
Tyrol, 1704: Johann, Elisabeth und ihr Großvater haben es mit knapper Not geschafft, aus dem Dorf zu fliehen. In der Hoffnung, auch der mysteriösen Krankheit der "Anderen" entkommen zu sein, schlagen sie sich in Richtung Wien durch. Doch auf ihrem beschwerlichen Weg haben sie nicht nur mit winterlichen Bedingungen und hungrigen Wölfen zu kämpfen. Sie besitzen keine Papiere und Johann wird immer noch Deserteur gesucht...

Taschenbuch
Seitenanzahl: 369
Verlag: Haymon Verlag
Erscheinungsjahr: 2012
Sprache: deutsch



Meine Meinung:
Die Handlung von "Morbus Dei - Inferno" setzt nahtlos ans das Ende des ersten Teils "Morbus Dei - Die Ankunft" an. Auch hier setzen die Autoren Bastian Zach und Matthias Bauer die gelungene Mixtur der Genres fort.
Denn der Roman ist nicht nur ein historischer Roman, sondern beinhaltet auch eine Prise Drama, Übersinnliches und Thriller.
Bereits von der ersten Seite an, fühlt man sich buchstäblich ins winterliche Österreich jener Zeit versetzt. Die Erzählweise ist atmosphärisch dicht und spannend.
Man mag das Buch kaum zur Seite legen, wenn man den Weg von Johann und Elisabeth folgt und mitansehen muss, welchen Gefahren sie ausgesetzt sind und die Hoffnung nicht aufgibt, dass sie ihr Ziel erreichen.

Das Tempo hat sich gegenüber dem ersten Teil deutlich gesteigert. Dies gilt auch für die spannenden Kampf- und Gefahrenszenen.
Die Handlung lebt aber nicht nur von Spannung und Drama. Es sind vor allem auch die Charaktere, die dem Leser ans Herz wachsen. S
ie sind wirken glaubwürdig und authentisch. Man hofft und bangt mit ihnen, während man sich in dieser düsteren und vergangenen Zeit befindet. Großes Lob gebührt auch den Reise- und Stadtbeschreibungen.
Hier haben die Autoren gründlich recherchiert und sehr gut in den Roman eingeflochten, so dass die Kulisse äußerst echt wirkt.

Fazit
Eine sehr gelungene Fortsetzung

Interview mit Buch- und Drehbuchautoren Matthias Bauer und Bastian Zach

Donnerstag, 17. Juli 2014| | 2 Kommentare

Guten Tag!
Heute habe ich ein kleines Interview mit den Autorenduo Matthias Bauer / Bastian Zach für Euch im Gepäck.
Die beiden Autoren haben schon einige schillernde Projekte hinter sich:
So schrieben sie die erfolgreiche ''Morbus Dei-Trioligie'' und das Drehbuch für den 3d Splatterfilm ''One Way Trip''.
Nun wünsche ich Euch viel Spaß beim lesen :)


Hallo!
Danke dass Sie sich die Zeit für dieses Interview nehmen.
Zach/Bauer: Gerne!

Herr Zach, Sie arbeiteten schon für verschiedene Werbe- & Multimedia-Agenturen.
Wollten Sie schon immer etwas ''vielschichtiger'' arbeiten und inwiefern helfen Ihnen die gesammelten Erfahrungen heute noch?
Zach: Ich habe seit meiner Jugend immer gerne die unterschiedlichsten Projekte in Angriff genommen, von der Malerei über das Schreiben bis zum Schrauben an Motorrädern. Diese Vielseitigkeit konnte ich mir erhalten und kann mir auch heute noch nicht vorstellen, „nur“ mit einer Sache beschäftigt zu sein. Die grafischen Arbeiten halfen natürlich das Auge zu schulen, was nicht nur bei literarischen Beschreibungen hilfreich ist, sondern auch bei der Beurteilung von Covervorschlägen der Verlage oder für skizzenartige Visualisierungen von Szenen im Drehbuch.

Herr Bauer, Sie haben studiert und u.a. im Verlagsbereich gearbeitet – gleiche Frage wie an Herrn Zach: Wollten Sie schon immer etwas ''vielschichtiger'' arbeiten und inwiefern helfen Ihnen die gesammelten Erfahrungen heute noch?
Bauer: Mir geht’s wie Bastian – eine Sache ist mir zu wenig. Ich habe einen regulären Job, was in finanzieller Hinsicht beruhigend ist, denn vom Schreiben können Zach/Bauer (noch) nicht leben. Das Geschichte-Studium war und ist hilfreich, denn für unsere „Morbus Dei“-Romane waren exzessive Recherchearbeiten für uns beide nötig, ebenso für den aktuellen Wikingerfilm „Northmen – A Viking Saga“, für den wir das Drehbuch geschrieben haben. Und meine Arbeit im Verlagswesen war natürlich ebenfalls hilfreich, weil man die „Wie entsteht ein Buch“-Prozesse schon kennt.

Sie schreiben zusammen Romane, Drehbücher und haben auch schon Kurzfilme produziert.
Inwiefern unterscheiden sich die Arbeitsabläufe bei den jeweiligen Projekten von einander?
  
Zach: Grundsätzlich ist es einerlei, ob man ein Drehbuch oder einen Roman schreibt, wichtig ist, dass man von der Geschichte begeistert ist. Dann kommt es natürlich darauf an, für welches Medium sich die Geschichte besser eignet, wo sieht man das Potential. Das Schreiben selbst ist dann komplett unterschiedlich: kommt es bei Drehbüchern besonders auf das Visuelle, auf den Rhythmus der Szenen zueinander und die Präzision in der Figurenzeichnung an, muss man bei Romanen Acht geben, die Stimmung der Szene und die (inneren) Konflikte der Protagonisten wiederzugeben. Für beides gilt aber: spät in eine Szene einsteigen und so früh wie möglich wieder raus, sonst langweilt man den Zuseher oder Leser nur.
Bauer: Rein arbeitstechnisch gilt natürlich auch, dass bei einem Roman viel weniger Entscheidungsträger beteiligt sind als bei einem Film, nämlich nur Verleger und Lektor. Beim Film, der unendlich mehr kostet, gibt es viel mehr Personen, die entscheiden und Meinungen einbringen, Produzent, Regisseur, Schauspieler und und und 

Wie haben Sie sich kennengelernt und wann kamen Sie zu den Entschluss eine Zusammenarbeit zu machen?
Zach: Wir haben uns beim österreichischen Bundesheer kennengelernt, wo wir in der gleichen Kompanie in der Schwarzenbergkaserne in Salzburg stationiert waren. Nach dem 8-monatigen Präsenzdienst ist Matthias wieder zurück nach Tirol gegangen und ich weiter nach Wien. Trotz der Distanz von über 500km haben wir uns immer wieder gegenseitig besucht (und das im Zeitalter vor Handy und E-Mail) und so die Freundschaft vertieft. 

Bauer: Da wir beide immer schon filmbegeistert waren, hatten wir bei irgendeinem Fest im Jahre 2002 dann die Idee, gemeinsam einen Kurzfilm zu drehen – „ausWEG“ war wenige Monate später fertig.


(Bildquelle: http://www.zach-bauer.com)
              
Haben Sie Vorbilder oder Personen, die Ihnen inspirieren?
Bauer: Jeder der dranbleibt und sich von den zahlreichen auf und abs, die das kreative Leben auf einen abfeuert, nicht entmutigen lässt.

Zach: Abgesehen von Leuten aus dem persönlichen Umfeld Personen wie Robert Rodriguez oder Richard Branson, die es durch Eigenleistung geschafft haben, ihre Träume zu verwirklichen.

Ich habe im Internet gelesen das Ihre Zusammenarbeit großteils virtuell geschieht und Sie sich nicht so oft sehen.
Wie muss man sich das genau Vorstellen ?
Zach: Im Zeitalter von E-Mail und Skype ist das nicht mehr besonders schwierig, da muss man nicht Tür an Tür wohnen. Viel wichtiger ist, dass man sich nicht an die eigenen Ideen klammert, sondern immer offen für konstruktive Kritik ist. Daran scheitern die meisten, die versuchen, etwas zusammen auf die Beine zu stellen. Matthias und ich haben hier einen konstruktiven Pragmatismus entwickelt, der immer nur das Beste für das Projekt will, nicht für das eigene Ego.

Bauer: Ganz kurz der technische Prozess: wir entwerfen die Geschichte zusammen, dann teilen wir sie auf, jeder schreibt seine Abschnitte. Die schicken wir uns dann gegenseitig zu und überarbeiten sie bzw. diskutieren so lange darüber, bis wir beide zufrieden sind.

Sie schrieben zum Beispiel für den Film ,,One Way Trip 3D'' das Drehbuch.
Was war Ihr Anreiz für dieses Drehbuch?
Bauer: Wir sind seit je her Fans dieses Genres, von „Freitag der 13.“ über „Nightmare on Elm Street“ und „Halloween“ bis zu „Candyman“ und Konsorten. Daher war „One Way Trip“ für uns die willkommene Gelegenheit, in einem geliebten Metier zu arbeiten.

,,One Way Trip'' ist ja auch ein typischer Slasher-Film.
Gerade diese Art von Filmen wird in Deutschland nicht so groß wahrgenommen.
Woran liegt das Ihrer Meinung nach?

Zach: Wahrgenommen und konsumiert werden sie schon, vor allem auf DVD, aber es gab halt schon sehr viele Filme dieser Richtung. Storymäßig ist es also nicht einfach, Neuland zu betreten, „One Way Trip“ war ursprünglich übrigens ein wesentlich raffinierterer Film in Bezug auf Handlung und die Täuschung des Zusehers, als er es dann – u.a. aus budgettechnischen Gründen - geworden ist.

Für Ihre ,,Morbus-Büchereihe'' haben Sie viel Lob bekommen.
Wie kamen Sie darauf eine Bücherreihe mit historischen Hintergrund zu schreiben?
Zach: Wir haben ursprünglich einen Stoff für ein Drehbuch gesucht, der sich neben der spannenden Geschichte vor allem durch ein visuell starkes, noch nicht so oft gesehenes Setting – in dem Fall die einsamen Alpen vor mehr als 300 Jahren - auszeichnet. 

Bauer: Aus dem Drehbuch ist dann nichts geworden, aber die Geschichte hat uns nicht mehr losgelassen, und so haben wir dann versucht, das Projekt als Buch zu lancieren, was letztendlich auch geglückt ist.

Auf welche inhaltlichen Dinge legen Sie besonders viel wert, wenn Sie ein Buch schreiben?
Sind es zum Beispiel besondere Figuren oder ausgewählte Orte?
Zach: Am wichtigsten ist das Gefühl das man hat, wenn man über eine mögliche Geschichte nachdenkt. Packt sie einen, erweitert sie sich und ihre Figuren, spürt man die Spannung? Wenn dem so ist versucht man, dem anderen die Story zu pitchen, und hier zeigt es sich schnell, ob man in einer Sackgasse ist oder nicht.

Bauer: Wenn man aber eine Geschichte dann wirklich schreiben will, gibt es viele Faktoren, dass sie gelingt, natürlich ist das auch genrebezogen. Bei "Morbus Dei" z.B. ging es darum, einen Story-Spannungsbogen über drei Bücher zu ziehen, der gewisse Fragen erst am Schluss auflöst, spannend, atmosphärisch und visuell zu schreiben, interessante Charaktere zu haben und das ganze natürlich in einen stimmigen, exakt recherchierten historischen Rahmen zu setzen.

Auf welche Werke dürfen sich die Leser in diesen Jahr noch freuen?
Bauer: Wir arbeiten mit unserer Agentur AVA International an einer neuen großen Romanreihe, aber hier wollen wir noch nicht zu viel verraten.

Zach: Ebenso wird die „Morbus Dei“-Trilogie gerade ins Englische übersetzt, auch hier sind wir gespannt, wie es sich entwickelt. Außerdem kommt im Oktober „Northmen – A Viking Saga“ weltweit in die Kinos – es bleibt also spannend!

Das war es auch schon.
Ich wünsche Ihnen für Ihre Zukunft alles Gute und weiterhin viel Spaß beim Schreiben.
Die letzte Zeile gehört Ihnen!
Zach/Bauer: Danke, natürlich freuen wir uns über Anfragen bezüglich neuer Romane und Drehbücher – die Ideen sind da ;-)




PS: Sorry für die Schriftgrößenprobleme, die ließen sich einfach nicht lösen :(
Vielleicht kann Moon da ja ihre Office-Kentnisse verwenden :)

Rezension: Morbus Dei: Die Ankunft von Zach/Bauer

Montag, 14. Juli 2014| | 0 Kommentare

Inhalt:
1704: Johann und Elisabeth sind aus ihrem Dorf nach Wien geflohen und glauben sich in Sicherheit. Da bricht auf einmal eine rätselhafte Krankheit aus und macht die alte Kaiserstadt zur Todesfalle, aus der es scheinbar kein Entkommen gibt...

Taschenbuch
Seitenanzahl: 296
Verlag: Haymon Verlag
Erscheinungsjahr: 2010
Sprache: deutsch

 
Meine Meinung:
Schon das Cover dieses Taschenbuches ist ein wahrer Blickfang. Düster blickt den Leser eine Figur entgegen. Ein magisches Symbol ist hervorgehoben. Dazu ein unheimlicher Titel und ein vielversprechender Klappentext. Kurz gesagt, ich freute mich riesig auf ein spannendes Buch.

Der Prolog verursachte mir ein riesiges Fragezeichen auf dem Kopf. Nicht ganz zwei Seiten, die Angst aufkommen ließen. Danach ging es mit der eigentlichen Geschichte weiter. 1703 flieht Johann schwerverletzt von einem Bauern und kommt in das unheimliche Dorf mitten in Tirol. Elisabeth und ihr Großvater pflegen ihn gesund. Als Dank und aus Zuneigung zu Elisabeth verdingt er sich als Knecht bei Jakob, dem tyrannischen Vater von Elisabeth. Schnell merkt er, dass es nicht nur der kälteste Winter seit Jahren ist, sondern das im Dorf etwas unheimliches vor sich geht. Als eine Kuh verschwindet, erfährt Johann zum ersten Mal von den Ausgestoßenen. Um die Situation gefährlich zu zuspitzen kommt noch ein Trupp bayrischer Soldaten ins Dorf.

Während des gesamten Lesen stellte ich mir die Frage, in welches Genre ich diese Lektüre einteilen sollte. Es ist kein typisch, historischer Roman, aber als Horror oder Thriller kann man das Werk definitiv auch nicht bezeichnen. Es ist aber ein gelungener Mix, der von der ersten Minute den Leser packt. Ich wurde in eine Welt entführt, die nicht nur 300 Jahre zurück liegt, sondern düster, mystisch und voller Glaube steckt. Die historischen Fakten rund um das Leben in dieser Zeit wurden mir perfekt vermittelt. Ich konnte den Glauben an Gott und die harten Lebensbedingungen für ein kleines Dorf ohne Schwierigkeiten nachvollziehen. Alleine durch den harten Winter wirkt das Buch noch realistischer und spannender.

Nicht nur die Situation, sondern auch die Charaktere wurden vom Autoren-Duo authentisch, lebendig und voller eigener Charakterzüge beschrieben, dass ich jeden direkt vor meinem inneren Auge sehen konnte. Viele wurden sympathisch gestaltet, andere wiederum sind tyrannisch und eher unsympathisch.

Die beiden Autoren verwenden in allen Bereichen einen bildhaften und detaillierten Sprachstil. Dabei achten sie darauf den Leser in keiner Weise zu langweilen. Trotz der vielen Details wirkt es nie in die Länge gezogen, sondern die Spannung baut sich immer mehr auf bis sie am Ende in einem überraschenden Schluss aufgeht.

Einmal angefangen, konnte ich dieses Werk nicht mehr aus der Hand legen. Das Böse, die düstere Umgebung und der verwirrende Prolog sind auf Grund der realistischen und historischen Rahmenbedingungen fesselnd. Ich habe das Buch an zwei Tagen durchgelesen.

Wer also auf der Suche nach einem Buch voller düsterer Atmosphäre ist, das historische Genre bevorzugt und dabei noch etwas zum Nachdenken mag, sollte sich dieses Buch kaufen.

Fazit:
Düster, spannend, authentisch und detailliert!

 

PS: Neben der Rezension der Fortsezungen dieses Buches gibt es in den nächsten Tagen noch eine kleine Überraschung :)

Rezension: NightWhere von John Everson

Samstag, 12. Juli 2014| | 0 Kommentare

John Everson - NightWhere



Inhalt:
Rae und Mark sind ein eher ungewöhnliches Ehepaar. Da Mark weiß, dass er die Wünsche seiner Frau nicht befriedigen kann, besucht er mit ihr Swinger- und Fetischclubs, doch Raes Lust steigert sich immer mehr, bis nur noch Schmerz ihr helfen kann. Als sie den berüchtigten Club NightWhere beitreten, driftet Rae immer tiefer in den Schmerz, vergnügt sich bei Folter und Demütigung - bis sie bereit ist, dafür alles zu opfern.

Taschenbuch
Seitenanzahl: 400
Verlag: Festa
Erscheinungsjahr: 2014
Sprache: deutsch
 
Meine Meinung:

Zu allererst: auf dem Cover steht, dass NightWhere ein SM-Thriller ist. Streicht das Thriller und denkt euch ganz viel SM, Schmerz, Folter, Blut. Denn das macht NightWhere aus und der Autor scheut nicht davor, dem Leser möglichst viel davon zu zeigen.

Anfangs dachte ich noch, dass das Buch eher auf die psychologische Schiene geht, denn es gab zwar viel SM, doch wurde es meist nur angedeutet. Mit der Zeit kamen dann immer ausführlichere Szenen hinzu und es ging schon teilweise in Porno über, aber gut - ich war gewarnt! SM, Festa, das Wissen, was in NightWhere geschah.
Nur leider deutete sich schon bald eine Wendung an, die gegen Mitte des Buches auch bestätigt wurde und mich persönlich eher enttäuscht hat. Man gewöhnt sich zwar dran, kann gegen Ende des Buches damit leben, aber es wäre auch anders gegangen - und dann vielleicht sogar besser.

Mir wäre es recht gewesen, wenn der Autor bei der anfangs angedeuteten Linie geblieben wäre, den Zerfall einer Ehe wegen der Sucht nach Schmerz zu sezieren, zu zeigen, wie weit Menschen für den Orgasmus bereit zu gehen sind - denn dass es Menschen gibt, die den Schmerz dazu brauchen, weiß wohl jeder. Ich hätte es interessant gefunden, etwas in die Szene eingeführt zu werden, zu erfahren, wie es ist, so zu leben, denn ich denke, die meisten werden es nicht verstehen.
Doch heutzutage geht es nur darum zu schocken und zu übertreiben - das tut das Buch. Es wurde immer abstruser, immer weiter von der Realität entfernt, was ich sehr schade finde.
Nichtsdestotrotz inhaliert man das Buch, liest immer weiter, denn Spannung ist da, das ist nicht zu leugnen. Und trotz des absurden Fortgangs hat sich bei mir eine Beklemmung eingestellt, die ich mir nicht erklären kann.
Ich habe definitiv schon Härteres gelesen, dennoch ist es John Everson gelungen, dass ich fast erleichtert war, als ich sein Werk zuschlug - ohne zu wissen, warum. Und das weiß ich heute noch nicht. Sei es um das Wissen, dass manche Menschen wirklich den Schmerz brauchen, sei es, weil ich Voyeur der abartigsten Dinge war, Schmerzen, die ich mir nicht einmal ansatzweise vorstellen will.

Fakt ist: NightWhere hat mich trotz der enttäuschenden, teilweise absurden Story gefesselt und nicht mehr losgelassen, bis die letzte Seite ausgelesen war - und auch lange danach noch nicht.


Fazit:
Nimm die Einladung an - wenn du dich traust


Rezension: Mr. Mercedes von Stephen King

Freitag, 4. Juli 2014| | 1 Kommentare

Stephen King - Mr. Mercedes



Inhalt:
Detective Hodges ist pensioniert und wie fast jeder Cop in Rente unglücklich. Keine Frau, Tochter weit weg, nach der Spannung in seinem Leben nichts zu tun. Da bekommt er Post vom Mercedes Killer, ein Verrückter, der mit einem fremden Wagen inmitten einer Menschenmenge gerast ist - und von Hogdes nie geschnappt wurde. Sein Ehrgeiz wird geweckt und er will Mr. Mercedes finden, geht dabei aber weiter, als er sich je hätte träumen lassen ...

Hardcover
Seitenanzahl: 449
Verlag: Scribner
Erscheinungsjahr: 2014
Sprache: englisch

Meine Meinung:

Brady Hartsfield wurde von Stephen King als DER neue Bösewicht beschrieben, wie konnte man als Fan also anders, als neugierig zu werden?
Würde er den Antagonisten Kings wie Leland Gaunt den Rang ablaufen?

Eines kann man getrost sagen: Brady Hartsfield möchte man nicht begegnen, er ist der geborene Psychopath, der sich wunderbar in unser Leben einfügt, er könnte jeder sein: dein Nachbar, dein Kollege, dein Chef. Du würdest ihn erst erkennen, wenn es zu spät ist.

So geht es Retired Detective Hodges, der in seiner aktiven Zeit nie auch nur eine Spur zu Mr. Mercedes hatte, obwohl alle Voraussetzungen gegeben waren; selbst Hartsfield war überrascht, mit seiner Tat davonzukommen.
Hodges ist mir richtig sympathisch geworden, ein älterer Herr, paar Kilo zuviel und des Lebens müde, jemand, der wieder einen Sinn zum Leben brauchte, den ihn Brady dann liefert. 
Im Alltag eines Polizisten gefangen, kommen ihm in der Rente Gedanken, die ihn näher zu dem nie gefundenen Mercedes-Fahrer führen, als jemals während seiner aktiven Zeit, obwohl auch da alle Möglichkeiten gegeben waren. Aber ist es so nicht immer? Mit etwas Abstand sieht man Sachen, die einem vorher nie aufgefallen waren.
Mithilfe von einigen Komplizen kommt er Brady immer näher, während der selbstsicher denkt, in Sicherheit zu sein.

Als Leser ist man bei allem dabei, weiß von vorneherein, wer Brady ist und was jede Seite aktuell unternimmt, aber doch bleibt die Spannung durchweg erhalten, so stark, wie es nur ein Stephen King schafft. Ist man bei Hodges, Jerome und Holly möchte man ihnen helfen, sie anschreien: "DA ist das Puzzlestück!", wobei man aber nie zweifelt, dass sie die Arbeit besser machen, als Hodges ehemalige Kollegen es tun würden, obwohl doch jeder normale Mensch sein Wissen weitergeben würde. Brady hingegen möchte man nur erwürgen, wenn man in ihm auch ab und an den normalen Jungen erkennt, der er hätte sein sollen. 

Hier gibt es nichts Übernatürliches, hier gibt es die menschliche Jagd nach einem Verrückten, mit allen Opfern, die man sich nur vorstellen kann. King geht wieder einmal tief in die Abgründe der Menschen, lässt sie (und den Leser) leiden, aber sich auch entwickeln, wie man z.B. wunderbar an der Figur der Holly erkennen lässt.
Die Charaktere waren herrlich lebendig, auch voller Fehler (die man als Flüchtigkeitsfehler Kings oder aber auch als Absicht auslegen kann), ich war jederzeit voll dabei, freundete mich mit Hodges, Jerome und den anderen an, war genervt von Hollys Verwandtschaft, hatte eine große Abneigung gegen Brady. Es gab Tränen meinerseits wie auch kleine Schmunzler, ich wurde wieder durch alle Landschaften geführt, die King da vor mir ausbreitete. Und hatte immer nur die Hoffnung, dass Brady geschnappt wird. Denn jeder Mörder möchte das Gefühl seines ersten Mordes nachempfinden, so ist nur zu schnell klar, dass Brady erneut zuschlagen wird - diesmal im Offenen, so war der Showdown etwas vorhersehbar, aber konnte mich dennoch überzeugen.

Wie immer ließ der Autor einen Film vor meinem inneren Auge ablaufen, ließ mich eintauchen in das trostlose Leben von Hodges, in die Abartigkeiten von Bradys, ließ mich die Hoffnungslosigkeit mancher Nebencharaktere erleben - das ist etwas, was die wenigsten Autoren schaffen.

Stephen King beweist wieder einmal, dass er nicht nur Übernatürliches kann, sondern auch fast Alltägliches und das so spannend, dass man nicht aufhören kann zu lesen. 

Info:
Teil 1 einer Trilogie
Teil 2 wird 2015 erwartet

Fazit:
Under Debbie's Blue Umbrella

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