Rezension: Baseball Love - Liebe auf den ersten Schlag von Saskia Louis

Freitag, 26. August 2016| | 0 Kommentare

Saskia Louis - Baseball Love - Liebe auf den ersten Schlag



Inhalt:
Emma hat große Pläne: Sie will sich als Eventmanagerin selbstständig machen. Als ihre Firma sie von Deutschland in die Staaten versetzt, sieht sie das als Chance, Fuß in der High Society von Philadelphia zu fassen. Dort trifft sie auf den Baseball-Star Luke Carter - ihrem bisher einzigen One-Night-Stand. Obwohl sie ihn nicht leiden kann, flattern die Schmetterlinge bei seinem Anblick. Und als er ihr den verrückten Vorschlag macht, seine Alibi-Freundin zu mimen, wird alles von ihr abverlangt …

eBook
Seitenanzahl: 337
Erscheinungsjahr: 2016
Verlag: Digital Publishers
Sprache: deutsch

Meine Meinung:
Die Idee dieses Romans ist sicherlich nicht neu und verspricht lockere, lustige Unterhaltung. Schlagfertige Dialoge, verhängnisvolle Situationen - einfach alles, was die Klischeekiste so hergibt. Damit habe ich gerechnet.

Womit ich nicht gerechnet habe, war, dass einfach alles in diesem Roman konstruiert war. Von der zufällig in Philadelphia lebenden Schwester, dem zufällig deutschen Baseballstar, der zufälligen Versetzung, dem zufälligen Wiedersehen (Auto kaputt), etc. Natürlich muss eine Story von einem zum anderen führen - aber hier merkt man, dass einfach alles geplant war.

Und so ging es mir mit den Charakteren. Für mich lebten sie nicht. Sie folgten ihrem Skript, das gewollt komisch daherkam. Die Dialoge sollten spritzig sein, was bei mir aber nicht ankam. Er war ein Macho, wie er im Buche stand, ich konnte einfach keine Sympathie für ihn aufbringen, auch wenn er durchaus menschlich wirken sollte. Sie war zwar nicht das typische Püppchen, aber kaum war sie bei ihm, schien ihr Hirn auszusetzen.

Es war ein ewiges Hin und Her bei beiden zwischen: Ich will und ich will nicht. Die Perspektiven switchten zwischen den beiden (auch mitten im Kapitel), sodass man Einblick in beide bekam - was aber nicht wirklich half. Sie blieben blass und … konstruiert. Zumal sie sich innerhalb einer Seite häufig widersprachen. Luke will die Finger von ihr lassen, überlegt dann aber, dass er viel Zeit hat, sie ins Bett zu kriegen, nur um zwei Sätze später zu sagen, dass es schwer wird, die Finger von ihr zu lassen. Das war dann der Punkt, wo ich schweren Herzens aufgegeben habe.

Selten habe ich so lange für so wenige Seiten gebraucht, es hat sich gezogen und ich hatte keine Lust, die Geschichte der beiden weiterzuverfolgen. Dabei war der Schreibstil gar nicht mal so schlecht. Nur hätte das Lektorat definitiv sorgfältiger arbeiten müssen.

Es ist durchaus legitim, wenn man bei einem solchen Roman sein Hirn ausschalten kann, das genieße ich sogar ab und an. Dass diese Geschichten meist gestellt sind, ist auch klar. Aber dennoch möchte ich mit den Charakteren mitfühlen, egal auf welche Art und Weise. Und Luke & Emma fehlte einfach das Leben. Sie wurden geschaffen und folgten dem Skript durch eine konstruierte Situation in die nächste - nicht mehr und nicht weniger.

Fazit:
Nach 60 % abgebrochen

Vielen Dank an Fr. Papacek und Digital Publishers für das Rezensionsexemplar!

Rezension: Das Spiel - Opfer von Jeff Menapace

Donnerstag, 21. Juli 2016| | 4 Kommentare

Jeff Menapace - Das Spiel - Opfer



Inhalt:
Die Familie Lambert macht sich auf an den Crescent Lake, um ein erholsames Wochenende voller Spiel, Spaß und Freude zu genießen. Die Farelli-Brüder möchten ebenfalls eine vergnügliche Zeit verbringen. Ihre Mitspieler haben sie sich bereits ausgesucht: die Lamberts. Nur dass beide Familien nicht die gleiche Art von Spiel im Sinn haben ...

Taschenbuch
Originaltitel: Bad Games
Seitenanzahl: 400
Erscheinungsjahr: 2016
Verlag: Heyne
Sprache: deutsch

Meine Meinung:
Wer muss bei der Beschreibung nicht an den (die) Film(e) Funny Games denken? Ich definitiv und genau deswegen war ich so neugierig auf das Buch.
Psychopathen treffen auf Familie und wollen ein Spiel spielen … Da steckt doch enorm viel Potenzial dahinter. Viel Thrill, viel Gemetzel, hach, mein blutrünstiges Herz schlug ganz schnell.

Schon nach wenigen Seiten war ich voll dabei, denn Jeff Menapace schreibt sehr flüssig und unheimlich mitreißend. Er hat interessante Charaktere kreiirt, und endlich mal ein Paar, das nicht nach vielen Ehejahren die Nase voll von einander hat, sondern noch frisch verliebt agiert.
Und gleich zu Beginn treffen Patrick und Amy auf Arty, einem Penn-State-Fan, der ihnen eine Ladung Sprit spendiert. Nett, oder? Nur ist niemand auf der Welt einfach nur nett.

Ab da nimmt das Unheil seinen Lauf und manches Mal wäre ich wirklich gerne ins Buch geklettert und hätte Patrick mal so richtig durchgeschüttelt. Bei all den seltsamen Vorkomnissen, die sich häuften, hätte ich schon längst Reißaus genommen. Notfalls auch von meinem Mann, wenn der das nicht verstanden hätte. So baut sich nach und nach Spannung auf und man weiß genau, was kommen wird - kann aber nicht anders, als eine Seite nach der anderen umzublättern.

Gut gelungen finde ich, dass nicht nur die Lamberts ihre Sichtweise der Geschichte schildern, sondern man auch Arty und Jim Farelli bei ihren Planungen über die Schulter schauen lässt - und dabei in kranke Gehirne blickt. Die beiden sind sehr interessant (wie alle Psychopathen irgendwie) und besonders das Machtgefüge zwischen den beiden fand ich gut geschildert.

Das einzige, was meinen Blutdurst etwas enttäuscht hat, war, dass eigentlich dennoch relativ wenig wirklich passierte. Ein paar Vorkommnisse, die definitiv ein Gefühl der Beklemmung erzeugten, aber erst gegen Ende geht es richtig zur Sache. Und dass dann aber leider etwas überstürzt. Vom Showdown war ich sehr enttäuscht, hatte einen richtigen Knall erwartet.

So ist der Thriller mehr auf Thrill statt auf Grauen ausgelegt, wo ich etwas anderes erwartet hatte, und die Story auch definitiv etwas mehr Grauen vertragen hätte. 

Nur das Ende, das ist sowas von nach meinem Geschmack. So müssen solche Bücher enden und nicht anders. Dafür gibt's sogar ein Extrasternchen. Man liest und liest und liest (in meinem Fall war das Buch innerhalb weniger Stunden verschlungen) und dann schließt man das Buch doch mit einem Lächeln.

Fazit:
Anders als erwartet


Vielen Dank an Fr. Fritsch und den Verlag für das Rezensionsexemplar!

Rezension: Letztendlich sind wir dem Universum egal von David Leviathan

Sonntag, 22. Mai 2016| | 2 Kommentare

David Leviathan - Letztendlich sind wir dem Universum egal



Inhalt:
A führt ein außergewöhnliches Leben. Denn jeden Tag ein anderes. Nie weiß er, in welchem Körper er erwacht, nie weiß er, wessen Leben er ein Tag lang führen wird. Und es ist ihm egal, er hält einfach durch, Tag für Tag. Denn es ist sein Leben. Bis er Rhiannon trifft, die ihm zeigt, dass es nicht egal ist, kein eigenes Leben zu haben.

Hardcover 
Seitenanzahl: 400
Erscheinungsjahr: 2014
Verlag: Fischer
Sprache: deutsch

Meine Meinung:
Was für ein erfrischend anderes Buch, was für eine interessante Idee.

Jeden Tag in einem neuen Körper aufzuwachen, sich an neue Gesichter und neue Eigenarten zu gewöhnen. Das ist As Leben. Doch wie kann man so ein eigenes Leben führen, sich verlieben und glücklich werden, wenn man doch am nächsten Tag meilenweit entfernt sein kann?

A ist ein spannender Charakter, viel reifer als für 16 Jahre üblich. Nicht männlich und nicht weiblich, hat er (ich nenne es dennoch mal so) jeden Tag ein anderes Geschlecht und Aussehen. Und dennoch ist er im Inneren der Gleiche. Er kann den Menschen ihre Geschichten ansehen, aus den Menschen lesen und sammelt weitaus mehr Erfahrungen, als er es in diesem Alter sollte.
Er versucht, das Leben seines Körpers nie zu beeinträchtigen, keine Spuren zu hinterlassen und keine Veränderungen zu bewirken.

Bis er eines Tages Justin ist und sich in dessen Freundin verliebt. Ab da stellt er alles in Frage und ist bereit, jedes Leben eines jeden Jugendlichen zu verändern. Und hat er nicht irgendwo auch das Recht dazu? Selbst glücklich zu werden?

Eine sehr spannende Geschichte, tiefgründig und doch durch den Autor leicht umgesetzt. Der Leser lebt mehrere Leben, indem er A in jedes davon begleitet. Ob Junkie oder Depressiver, Schönheitskönigin oder unscheinbares Sklavenkind. Und zieht aus jedem seine Erfahrungen und teilt sie mit uns. Und erst, als er Rhiannon kennenlernt, ist er bereit, sich selbst ein Leben zuzugestehen und bringt seinen Körper dadurch teilweise auch in Schwierigkeiten - und hinterlässt Spuren.

Es wird spannend, berührend, witzig - es ist einfach ein sehr gelungenes Jugendbuch, endlich mal etwas anderes. Und irgendwie hofft ein Teil von mir auf eine Fortsetzung ...

Fazit:
Hunderte Leben oder doch lieber nur eines?


Rezension: Maybe someday von Colleen Hoover

Mittwoch, 18. Mai 2016| | 0 Kommentare

Colleen Hoover - Maybe Someday



Inhalt:
Sydneys Geburtstag ist die reinste Hölle. Sie erfährt, dass ihr Freund sie mit ihrer besten Freundin betrogen hat und so steht an ihrem Festtag auf der Straße. Ihr Nachbar Ridge fühlt sich dafür verantwortlich und nimmt sie in seine WG auf. Jedoch nicht ganz uneigennützig, denn Sydney soll dem Songschreiber aus seiner Schreibblockade helfen. Doch keiner rechnet damit, dass Songs nicht nur beim Hören Gefühle transportieren ...


Taschenbuch

Seitenanzahl: 432
Erscheinungsjahr: 2016
Verlag: dtv
Sprache: deutsch

Meine Meinung:
Wieder einmal hat Colleen Hoover es geschafft, einen so vollkommen in ihren Bann zu ziehen, dass man sich wünscht, das Buch würde nie enden.

Ein Buch über das Songschreiben, auf eine so ganz andere Weise, wie das sonst geschieht. Durch den eindringlichen Schreibstil merkt man das Knistern am eigenen Leib, sieht die Funken sprühen - und weiß dabei ganz genau, dass es nicht sein darf. Vielleicht irgendwann ...

Der Aufbau des Romans ist etwas anders als sonst, denn hier kommen (statt einzelne Bücher aus den unterschiedlichen Sichtweisen zu schreiben) Ridge und Sydney abwechselnd zu Wort, sodass man genau weiß, was der jeweils andere fühlt. Was durchaus zu Gänsehaut führen kann und besonders dabei hilft, Ridges Situation besser zu verstehen. Denn da gibt es ja auch noch Maggie, an die er sich auf ganz besondere Weise gebunden fühlt.

In "Maybe Someday" hat die Autorin ihren vermutlich besten männlichen Charakter geschaffen: einfühlsam, steht zu seinen Gefühlen und offen und ehrlich. Was auch die anderen auf ihre Weise sind, aber Ridge … Irgendwas zieht einen zu ihm. Und er ist ein Gentleman durch und durch, der gegen seine Gefühle kämpft.

Es gibt so viel über diese auf ihre Weise besondere Geschichte zu erzählen, aber ich will nicht zu viel verraten, was leicht geschieht, obwohl die Handlung an sich relativ einfach ist. Dennoch beschert sie einem Herzklopfen, fesselt einen und lässt einen mitfühlen.

Fazit:
Irgendwann ist vielleicht alles möglich

Rezension: Mein bester letzter Sommer von Anne Freytag

Freitag, 6. Mai 2016| | 0 Kommentare

Anne Freytag - Mein bester letzter Sommer



Inhalt:
Tessa ist 17, Jungfrau und hat keinen Führerschein. Und sie wird bald sterben. Seit der alles verändernden Nachricht verkriecht sie sich in ihrem Zimmer, hat aufgehört zu leben. Erst als sie Oskar trifft, begreift sie, dass sie nur noch kurz Zeit dazu hat, ihr Leben zu genießen. Gemeinsam mit ihm macht sie sich auf den Weg.

eBook
Seitenanzahl: 368
Erscheinungsjahr: 2015
Verlag: Heyne
Sprache: deutsch

Meine Meinung:
Bücher über sterbende Jugendliche scheinen schwer in Mode zu sein. Obwohl man ihrer schon fast wieder überdrüssig ist (so schlimm das auch klingen mag!), kam ich an dem Hype um "Mein bester letzter Sommer" nicht vorbei und neugierig hab ich es mir auf den Tolino geladen.

Das erste Kapitel machte es mir jedoch recht schwer, ich hatte das Gefühl, dass es sehr gewollt war. Dann wurde die Schreibart normal und flüssig und ich hegte Interesse an Tessa und ihrem Leben. Dieses Interesse ebbte auch nicht ab, wenngleich ich Tessa nicht besonders sympathisch fand. Aber wer kann schon sagen, wie man sein sollte, wenn man weiß, dass man nicht mehr allzu lange zu leben hat?

Dann kam Oskar und brachte Humor in die Geschichte, schlich einem ins Herz und machte sich dort breit, obwohl man zusehen musste, wie er sich selbst ins Messer warf.

Tessa und Oskar sind ein wirklich schönes Paar, wenngleich mich dieses Liebe auf den ersten Blick-Szenario wirklich genervt hat und den beiden absolut nicht gerecht wurde. Man hätte ihnen Zeit geben müssen, denn so ist Tessas Verwandlung absolut nicht glaubwürdig. Oder ist das Leben nur lebenswert, wenn man einen Freund hat?
Dennoch ziehen die beiden einen in ihren Bann und eine andere Geschichte hätte ich liebend gerne über die beiden gelesen - denn diese war einfach nur allzu vorhersehbar.
Jede kleine Entwicklung wusste man bereits im Voraus, auch Tessas zwischenmenschliche Beziehungen zu ihrer Familie waren einfach - nicht überraschend. Der Vater nie da, die Mutter zu viel, dennoch angespanntes Verhältnis und die Schwester … ja, man wusste es alles bereits.
Oskars Vergangenheit und das Ende setzten dem ganzen da leider nur die Krone auf, denn so sympathisch mir dieses Pärchen war - die gesamte Geschichte war konstruiert. Und das merkte man.

Ebenso war es einfach too much, dass die Autorin versucht hat, allzu tiefgründige Gedanken unterzubringen. Es war zu viel des Guten, hat den sonst angenehmen, bildhaften (manchmal zu bildhaften: Schweiß, wohin das Auge reicht) beinahe zerstört. Und dabei kann Anne Freytag und sich auch in Jugendliche hineinversetzen.

Schade fand ich auch den Perspektivwechsel zum Schluss. Ich hätte mir einmal gewünscht, dass es konstant bei der Protagonistin geblieben wäre. Denn genau das wäre passend. 

Was ich allerdings auch loben muss: Die Musikanspielungen und die passende Playlist am Ende des Buches. So kleine Extras sind wirklich was tolles für den Leser.

Dieses Buch hat mich wirklich gespalten, denn einerseits war es gut geschrieben und man bleibt aufgrund des Pärchens bei der Stange, andererseits merkte man, dass einfach zu viel gewollt war und das hat dem ganzen einfach den Charme genommen.

Fazit:
Man muss nicht auf jeder Welle mitschwimmen


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