Rezension: Der Geist von Richard Laymon

Montag, 25. August 2014| | 0 Kommentare

Inhalt:
So ein Ouija-Brett strahlt eine ungeheure Faszination aus, der sich kaum jemand entziehen kann. So geht es auch einer Gruppe Studenten, die so ein Brett auf der Abschiedsparty von ihrer Dozentin finden. Schnell haben sie auch Kontakt zu einem Geist, der ihnen von einem Schatz in den Bergen erzählt. Natürlich macht sich die Gruppe sofort auf den Weg in die einsame Gegend um den Schatz zu finden. Doch sie sind nicht alleine......


Originaltitel: Darkness, Tell Us
Seitenzahl: 512
Erscheinungsjahr: 2014
Sprache: deutsch


Meine Meinung:
Auch in „Der Geist“ sind es, wie sollte es anders sein, Teenager, die Laymon ungebremst und natürlich ungewollt auf eine Katastrophe zusteuern lässt. Die aber trotz der eigentlich prekären Situation in die sie sich begeben, mit ihren fort weg im Kopf vorhandenen, ordinären Gedanken, den Leser immer wieder zum Schmunzeln bringen. Feuchte Schlüpfer und ausgebeulte Unterhosen sind zwei seiner Markenzeichen, und gehören neben der Gewalt, dem Horror zu Laymon wie die Tinte zum Papier. Wie eben schon der Klappentext vermuten lässt, steckt hinter dem Spiel mit dem Ouija-Brett, der Kontaktaufnahme mit einem „wahren“ Geist und der anschließenden, fröhlichen Klettertour in eine Bergregion Kaliforniens nichts Gutes und wird, wie sollte es anders sein, ein Kampf um Leben und Tod.“

Laymon ist bekanntlich ein Meister darin, bis noch vor kurzem junge glückliche Menschen, von jetzt auf gleich, in einen Sog des puren Horrors abdriften zu lassen, der sich zwangläufig nach unten hin zunehmend verengt, und sich das Böse wie eine imaginäre um den Hals liegende Schlinge zuschnürt. Nicht jede seiner Figuren kann sich am Ende des Romans auf die Schulter klopfen, und die Worte „Happy End“ für sich beanspruchen.

In „Der Geist“ merkt man relativ schnell, dass die Geschichte auf ein echtes Finale, auf einen „Showdown“ zusteuert, und es somit natürlich nicht verwunderlich ist, dass die eingebetteten Elemente des Horrors zuerst rar gesät sind und erst gegen Ende aus ihrem Schlummerschlaf herausbrechen.
Das tut dem Spaß an der Story aber keinen Abbruch, denn Laymon schiebt clever und durchdacht die Gedankengänge seiner Protagonisten immer wieder in den Vordergrund, um die eigentliche Geschichte in manchen Passagen einfach mal kurz ruhen zu lassen.
In „Der Geist“, der in zwei Erzählstränge aufgegliedert ist - auch das ist ja nun keine Weltneuheit bei Laymon - sind es Coreen und Howard, aus deren Sicht man diese „Abenteuer-Story“ und ihre eigentlich, der Situation völlig unangepassten aberwitzigen Gedanken erlebt.
Diese Gedankengänge sind es, die seine Figuren charakterisieren, und sich somit zweifelsfrei identifizieren und seiner Feder zuordnen lassen.

Natürlich stehen die Gewaltverherrlichung, das Einbringen Hormon gesteuerter, extrem notgeiler Teenager, die nur von sexuellen Phantasien geleitet werden, als Markenzeichen für seine Arbeit, aber ihn aber nur darauf zu reduzieren wäre natürlich viel zu einfach, viel zu billig und würde ihm in keinster Weise gerecht werden.
Denn Laymon beweist gerade wieder in „Der Geist“ sein unglaubliches Fingerspitzengefühl bei den Dialogen zwischen seinen Figuren, bei dem sein Faible für den drehbuchartigen Stil, diese Sprache, kurz und knackig auf den Punkt gebracht, voll zur Entfaltung kommt und nicht nur diesen, sondern all seine Romane immer wieder extrem aufwertet, auch wenn die Story vielleicht mal eine schwächere ist.
Die Geschichte in „Der Geist“ steht in erster Linie für ganz viel nackte und prickelnde Haut, besudelt mit dem einen oder anderen Tropfen klebrigen Bluts und schlüpfrigen Gedanken, die ohne Unterlass in so manchem Protagonistenhirn ihre Entstehung feiern.
Die Brutalität hält sich ein Stück weit in Grenzen, und erst gegen Ende hin holt Laymon noch einmal die Keule für den Rundumschlag heraus. Auch wenn die Geschichte vielleicht nicht die intensivste ist, diesen Umstand verdanken wir meines Erachtens nach der Länge des Romans, so ist die eigentliche Idee zu diesem Werk eine wie ich finde sehr gute. Kurz um, Laymon punktet neben der feucht warmen Erotik, die die Lenden zum Beben bringt, mit den Dialogen, die dem Geist das Brandzeichen „must read“ aufdrücken.

Fazit:
nackte Haut, Blut und ein großes Finish - ein typischer Laymon!




Die Ruhe bei Moon ...

Donnerstag, 21. August 2014| | 2 Kommentare

... dauert an und dauert an.

Eigentlich hatte ich versprochen, dass ich etwas mehr aktiv werde, aber irgendwie mag es nicht so recht klappen. Immer sind andere Dinge im Kopf und wenn ich denke: "DAS postest du jetzt aber", ist es tags darauf verschwunden oder andere Sachen sind wichtiger.

Was für Sachen?
Schreiben zum Beispiel :) Ich bin total verrückt aufs Schreiben geworden, sodass jede freie Minute dafür draufgeht, ich sogar ein schlechtes Gewissen habe, wenn ich mein Tagesziel mal nicht erreiche. Immerhin habe ich dafür heute meinen ersten Roman abgeschlossen :) Keine Sorge, ihr müsst ihn nicht lesen - aber es ist ein großartiges Gefühl! Und ich denke, da wird noch einiges folgen.
Übrigens ist die Anthologie mit meiner ersten Kurzgeschichte bereits erschienen, mehr dazu folgt in Kürze, wenn es das Print gibt.

Familie. Ja, ich gebe es zu: eine Nacht in der Woche ziehe ich in mein Kinderzimmer und verbringe Zeit mit meinem Opa <3 Und das möchte ich auch so beibehalten, weil es toll ist :)

Der Mann zuhause will natürlich auch nicht vernachlässigt werden. <3 <3 Bei den Moons ist alles in Ordnung - das ist also nicht der Grund für die Blogunlust ;) Ebenso nehmen meine Zwerge Zeit in Anspruch. Klar, gell? Aber ich könnte mal wieder paar Bilder zeigen ...

Bissl Freizeit muss ja auch sein, sprich Lesen und meiner Serienleidenschaft fröhnen ...

Und manchmal ist es schlicht und ergreifend auch die Gesundheit, die es nicht zulässt.

Aber ich schreibe schon wieder fleißig Rezis, habe Rezepte im Kopf, die ich euch zeigen wollte und ein paar Shootingbilder - ich werde mein Bestes geben, euch bissl Input zu geben.

Ich finde es toll, dass ihr mir trotzdem die Treue haltet! DANKE!


PS: hier gibt's öfter ein Lebenszeichen ;) https://www.facebook.com/ThoughtsofMoon

Moons To-Read-List

Samstag, 16. August 2014| | 0 Kommentare

Ständig überlege ich, was ich lese, durchforste meinen SuB, vergesse aber dabei all die schönen Bücher, die noch auf meinem Kindle warten.

Um eine bessere Übersicht zu haben, habe ich einmal alle Bücher, die ich in nächster Zeit lesen möchte, aufgelistet - leider ist das bei weitem nicht der gesamte SuB. Aber die, die ich unbedingt lesen will. Vielleicht hilft mir ja diese Liste, mich daran zu halten und alles mal abzubauen :)
Reihenfolge ist beliebig bzw. wie ich sie vorgefunden habe ;)

Printbücher:
Arthur Gordon Wolf - Katzendämmerung
Julian Fellowes - Snobs
Natsuo Kirino - Grotesk
Jack Ketchum - Wahnsinn
Sophie Kinsella - Kein Kuss unter dieser Nummer
Emily Bold - The Curse
Lynn Raven - Blutsbraut
Edward Lee - Der Besudler auf der Schwelle
Iny Lorentz - Feuertochter
Jeffrey Thomas - Tagebuch der Hölle
Sabine Ebert - Blut und Silber und die Hebammen-Reihe nochmals
Eric Walz - Der Schleier der Salome
A.M. Homes - Das Ende von Alice
Dean Koontz - Intensity
Kristen Simmons - Artikel 5
Jonathan Hayes - Martyrium
Michael Morley - Spider
Bentley Little - Haunted
Klaus-Peter Wolf - Das Gen des Bösen
Brett McBean - Buk und Jimmy ziehen nach Westen
Edward Lee & John Pelan - Muschelknacker
Wrath James White - Sein Schmerz / Nate Southard - Eine Nacht in der Hölle
Graham Masterton - Bestialisch

eBooks:
Mendea de Scalett - Ozeas Geschwister I
Stefanie Hasse - Schwarzer Rauch
Franka Salzmann - Schattenküsserin
Anne Harrenberg - Verliebt, verlobt, vorhergesehen
Bernhard Giersche - Karl
Vanessa Mansini - Im falschen Film
Fred Ink - Uppercut
Katharina Burkhard - Ebbe und Glut
Michaela B. Wahl - Rashen
Heike Vullriede - Notizen einer Verlorenen
Andrea Bielfeldt - Einmal Himmelblau und zurück
Melisa Schwermer - Die Katzenlady und Injektion
Lutz C. Frey - Psycho Girl Story und Blue
Alice Vandersee - Drei Dates ins Chaos
Hannah Siebern - Nubila-Reihe
Carinna Bartsch - Kirschroter Sommer
Roxann Hill - Ewigkeit Teil 3
Manuela Martini - Outback
Boris Maggioni - Next People
Michael Dissieux - Graues Land
Katja Piel - Kuss der Wölfin Teil 2
Brett McBean - Die Bestien
Tim Curran - Zerfleischt

 Mmmh, da fällt mir gerade auf, dass mein Kindle doch ziemlich voll von Indies ist - ich muss ihn mal wieder öfter in die Hand nehmen ... 

Was könnt ihr empfehlen, was sollte unbedingt demnächst gelesen werden? :)

Rezension: Kill Your Friends von John Niven

Mittwoch, 13. August 2014| | 0 Kommentare

Hallo zusammen!
Und jaaa, ich lebe auch noch :D

John Niven - Kill your friends
 


Inhalt:
Erfolg um jeden Preis. Steven Stelfox ist A&R-Manager in einer großen Plattenfirma, immer auf der Suche nach dem nächsten Hit, immer am oberen Level. Doch als die Erfolge ausbleiben, greift er zu radikalen Mitteln. Plötzlich verwandeln sich die guten Freunde in Todfeinde. In einer Welt, in der sich die Protagonisten krampfhaft über Sex, Drugs & Rock ’n’ Roll definieren, gerät sein Leben zunehmend außer Kontrolle. Die Folgen sind verheerend...

Originaltitel: Kill Your Friends
Seitenanzahl: 379

Verlag: Heyne
Erscheinungsjahr: 2008
Sprache: deutsch
 

Meine Meinung:
1997, das ist das Jahr, in das uns der Autor in diesem Buch zurückversetzt. John Niven wirft den Leser mitten in ein Haifischbecken aus intriganten Kollegen, die den Anderen mit einem Lächeln im Gesicht ins offene Messer laufen lassen. Wer das noch nicht erleben „durfte“, aber wissen möchte wie es anfühlt, sollte einfach mal mit vollem Tempo gegen ein Brett laufen und dabei nicht vergessen die Haltung zu wahren. Eine weniger schmerzvolle, aber durch und durch unterhaltsame Methode ist, dieses Buch zu lesen.

Der Hauptprotagonist, Steven Stelfox, ist ein gewissenloser, erfolgsgeiler, kokainsüchtiger, analsexbessener, äußerst unmoralischer Mensch, der für den beruflichen Erfolg im wahrsten Sinne des Wortes über Leichen geht. Das ist auch nötig! Da er seine Umwelt immer durch den Nebel des Drogenrausches der vorherigen Nacht wahrnimmt und den „Attacken“ seiner Kollegen ausgeliefert ist, befindet er sich auf dem absteigenden Ast.

Geschildert wird die Geschichte in einer, hier schon angesprochenen, derben und vulgären Sprache. Aber das muss auch so sein. Jede gewähltere Ausdrucksweise hätte die Atmosphäre des Buches zerstört. Die Intensität und der Hergang der Ereignisse wird dadurch, dass die Dinge schonungslos beim Namen genannt, auch ohne ausschweifende Erklärungen, ziemlich klar.

Zugegeben, ich musste mehr als einmal angewidert das Gesicht verziehen, allerdings musste ich auch mehr als einmal schallend loslachen. Unterhalten hat mich das Buch von Anfang bis Ende, daher bekommt es auch 4 Sterne!

Fazit:
liest sich wie im Rausch!


Rezension: Die Erbin von John Grisham

Donnerstag, 7. August 2014| | 0 Kommentare


John Grisham - Die Erbin
 


Inhalt:
Jake Brigance schlägt sich mehr schlecht als recht durch's Leben, denn drei Jahre nach dem spektakulären Hailey-Prozess lässt der Ruhm nach. Bis sich Seth Hubbard erhängt, seine Kinder enterbt und fast alles seiner 24 Millionen Dollar seiner Haushälterin Lettie vermacht - die schwarz ist. Ein Skandal in Ford County und Jake mittendrin, denn Hubbard hat ihn als seinen Anwalt bemächtigt. Doch warum sollte er in letzter Sekunde sein Testament ändern?

Hardcover

Originaltitel: Sycamore Row
Seitenanzahl: 704
Verlag: Heyne
Erscheinungsjahr: 2014
Sprache: deutsch
 
Meine Meinung:

Ich habe mich sehr gefreut, als ich hörte, dass eine "Fortsetzung" zu "A Time to kill" in Arbeit ist. 

Natürlich ist es keine Fortsetzung an sich, denn die Geschichte um Carl Lee Hailey kam natürlich zu einem Ende. Aber es bedeutet eine Rückkehr nach Clanton, zu Jake Brigance, seiner Familie, zu Ozzie, Lucien, Harry Rex und allen anderen. 

Ich war etwas skeptisch, da wieder ein Rassenkonflikt im Raum stand, hatte die Befürchtung, dass sich alles wiederholen würde, Weiße gegen Schwarze, der Ku-Klux-Klan mittendrin, andererseits ist Ford County und gerade Jake Brigance prädestiniert für so einen Fall. Zu meiner Freude ist es keine Wiederholung, Grisham hat es anders aufgebaut, natürlich mit viel Misstrauen, aber solches, das auch eine weiße Frau betreffen hätte können. 

Überhaupt ist "Die Erbin" so ganz anders wie "Die Jury". Man kennt die alten Beteiligten, fühlt sich auf den ersten Seiten gleich heimisch, wenn Ozzie Walls erscheint - es ist wie ein Wiedersehen mit alten Freunden, aufgemischt mit neuen, interessanten Charakteren, die man schnell ins Herz schließt.


Doch es passiert weniger als im Vorgänger. 
Wenn ich ehrlich bin, müsste die Zusammenfassung lauten: Mann bringt sich um, vererbt den größten Teil seiner Haushälterin, Kinder fechten das Testament an, Anwälte erscheinen, Anwälte kämpfen, Auflösung - fertig. Als ich die letzte Seite zugeschlagen hatte, dachte ich wirklich: was ist da jetzt eigentlich groß passiert? Dennoch kam ich nicht vom Buch weg, war gefesselt, fühlte mich wohl, wollte wissen, was passiert. Mittendrin legte Grisham eine Fährte, die auf Action hinwies, welche aber ins Leere lief. Ob mich das freuen oder ärgern soll, weiß ich nicht. 

Leider war die Auflösung zu einfach gestrickt, ich wusste recht bald, warum Seth sein Vermögen Lettie vermachte, so war das Ende nur eine Bestätigung - die mich trotzdem fast zu Tränen gerührt hat.

Niemand versteht es besser als Grisham, trockene Juristerei spannend zu erzählen. Er würzt sie mit Charakteren, die man ins Herz schließt, denen man gerne in den Gerichtssaal folgt, gibt Einblicke, die auf den ersten Blick langweilig erscheinen, die er aber unheimlich interessant wiedergibt. Das beweist er in "Die Erbin" wieder einmal, zeigt, dass nicht immer "Spannung" im üblichen Sinne da sein muss, um den Leser zu fesseln und zu unterhalten. Ich habe es mehr als genossen.

Fazit: 
Wiedersehen mit alten Freunden


Vielen herzlichen Dank an den Heyne Verlag für das Rezensionsexemplar!

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