Rezension: Letztendlich sind wir dem Universum egal von David Leviathan

Sonntag, 22. Mai 2016| | 1 Kommentare

David Leviathan - Letztendlich sind wir dem Universum egal



Inhalt:
A führt ein außergewöhnliches Leben. Denn jeden Tag ein anderes. Nie weiß er, in welchem Körper er erwacht, nie weiß er, wessen Leben er ein Tag lang führen wird. Und es ist ihm egal, er hält einfach durch, Tag für Tag. Denn es ist sein Leben. Bis er Rhiannon trifft, die ihm zeigt, dass es nicht egal ist, kein eigenes Leben zu haben.

HardcoverSeitenanzahl: 400
Erscheinungsjahr: 2014
Verlag: Fischer
Sprache: deutsch

Meine Meinung:
Was für ein erfrischend anderes Buch, was für eine interessante Idee.

Jeden Tag in einem neuen Körper aufzuwachen, sich an neue Gesichter und neue Eigenarten zu gewöhnen. Das ist As Leben. Doch wie kann man so ein eigenes Leben führen, sich verlieben und glücklich werden, wenn man doch am nächsten Tag meilenweit entfernt sein kann?

A ist ein spannender Charakter, viel reifer als für 16 Jahre üblich. Nicht männlich und nicht weiblich, hat er (ich nenne es dennoch mal so) jeden Tag ein anderes Geschlecht und Aussehen. Und dennoch ist er im Inneren der Gleiche. Er kann den Menschen ihre Geschichten ansehen, aus den Menschen lesen und sammelt weitaus mehr Erfahrungen, als er es in diesem Alter sollte.
Er versucht, das Leben seines Körpers nie zu beeinträchtigen, keine Spuren zu hinterlassen und keine Veränderungen zu bewirken.

Bis er eines Tages Justin ist und sich in dessen Freundin verliebt. Ab da stellt er alles in Frage und ist bereit, jedes Leben eines jeden Jugendlichen zu verändern. Und hat er nicht irgendwo auch das Recht dazu? Selbst glücklich zu werden?

Eine sehr spannende Geschichte, tiefgründig und doch durch den Autor leicht umgesetzt. Der Leser lebt mehrere Leben, indem er A in jedes davon begleitet. Ob Junkie oder Depressiver, Schönheitskönigin oder unscheinbares Sklavenkind. Und zieht aus jedem seine Erfahrungen und teilt sie mit uns. Und erst, als er Rhiannon kennenlernt, ist er bereit, sich selbst ein Leben zuzugestehen und bringt seinen Körper dadurch teilweise auch in Schwierigkeiten - und hinterlässt Spuren.

Es wird spannend, berührend, witzig - es ist einfach ein sehr gelungenes Jugendbuch, endlich mal etwas anderes. Und irgendwie hofft ein Teil von mir auf eine Fortsetzung ...

Fazit:
Hunderte Leben oder doch lieber nur eines?


Rezension: Maybe someday von Colleen Hoover

Mittwoch, 18. Mai 2016| | 0 Kommentare

Colleen Hoover - Maybe Someday



Inhalt:
Sydneys Geburtstag ist die reinste Hölle. Sie erfährt, dass ihr Freund sie mit ihrer besten Freundin betrogen hat und so steht an ihrem Festtag auf der Straße. Ihr Nachbar Ridge fühlt sich dafür verantwortlich und nimmt sie in seine WG auf. Jedoch nicht ganz uneigennützig, denn Sydney soll dem Songschreiber aus seiner Schreibblockade helfen. Doch keiner rechnet damit, dass Songs nicht nur beim Hören Gefühle transportieren ...


Taschenbuch

Seitenanzahl: 432
Erscheinungsjahr: 2016
Verlag: dtv
Sprache: deutsch

Meine Meinung:
Wieder einmal hat Colleen Hoover es geschafft, einen so vollkommen in ihren Bann zu ziehen, dass man sich wünscht, das Buch würde nie enden.

Ein Buch über das Songschreiben, auf eine so ganz andere Weise, wie das sonst geschieht. Durch den eindringlichen Schreibstil merkt man das Knistern am eigenen Leib, sieht die Funken sprühen - und weiß dabei ganz genau, dass es nicht sein darf. Vielleicht irgendwann ...

Der Aufbau des Romans ist etwas anders als sonst, denn hier kommen (statt einzelne Bücher aus den unterschiedlichen Sichtweisen zu schreiben) Ridge und Sydney abwechselnd zu Wort, sodass man genau weiß, was der jeweils andere fühlt. Was durchaus zu Gänsehaut führen kann und besonders dabei hilft, Ridges Situation besser zu verstehen. Denn da gibt es ja auch noch Maggie, an die er sich auf ganz besondere Weise gebunden fühlt.

In "Maybe Someday" hat die Autorin ihren vermutlich besten männlichen Charakter geschaffen: einfühlsam, steht zu seinen Gefühlen und offen und ehrlich. Was auch die anderen auf ihre Weise sind, aber Ridge … Irgendwas zieht einen zu ihm. Und er ist ein Gentleman durch und durch, der gegen seine Gefühle kämpft.

Es gibt so viel über diese auf ihre Weise besondere Geschichte zu erzählen, aber ich will nicht zu viel verraten, was leicht geschieht, obwohl die Handlung an sich relativ einfach ist. Dennoch beschert sie einem Herzklopfen, fesselt einen und lässt einen mitfühlen.

Fazit:
Irgendwann ist vielleicht alles möglich

Rezension: Mein bester letzter Sommer von Anne Freytag

Freitag, 6. Mai 2016| | 0 Kommentare

Anne Freytag - Mein bester letzter Sommer



Inhalt:
Tessa ist 17, Jungfrau und hat keinen Führerschein. Und sie wird bald sterben. Seit der alles verändernden Nachricht verkriecht sie sich in ihrem Zimmer, hat aufgehört zu leben. Erst als sie Oskar trifft, begreift sie, dass sie nur noch kurz Zeit dazu hat, ihr Leben zu genießen. Gemeinsam mit ihm macht sie sich auf den Weg.

eBook
Seitenanzahl: 368
Erscheinungsjahr: 2015
Verlag: Heyne
Sprache: deutsch

Meine Meinung:
Bücher über sterbende Jugendliche scheinen schwer in Mode zu sein. Obwohl man ihrer schon fast wieder überdrüssig ist (so schlimm das auch klingen mag!), kam ich an dem Hype um "Mein bester letzter Sommer" nicht vorbei und neugierig hab ich es mir auf den Tolino geladen.

Das erste Kapitel machte es mir jedoch recht schwer, ich hatte das Gefühl, dass es sehr gewollt war. Dann wurde die Schreibart normal und flüssig und ich hegte Interesse an Tessa und ihrem Leben. Dieses Interesse ebbte auch nicht ab, wenngleich ich Tessa nicht besonders sympathisch fand. Aber wer kann schon sagen, wie man sein sollte, wenn man weiß, dass man nicht mehr allzu lange zu leben hat?

Dann kam Oskar und brachte Humor in die Geschichte, schlich einem ins Herz und machte sich dort breit, obwohl man zusehen musste, wie er sich selbst ins Messer warf.

Tessa und Oskar sind ein wirklich schönes Paar, wenngleich mich dieses Liebe auf den ersten Blick-Szenario wirklich genervt hat und den beiden absolut nicht gerecht wurde. Man hätte ihnen Zeit geben müssen, denn so ist Tessas Verwandlung absolut nicht glaubwürdig. Oder ist das Leben nur lebenswert, wenn man einen Freund hat?
Dennoch ziehen die beiden einen in ihren Bann und eine andere Geschichte hätte ich liebend gerne über die beiden gelesen - denn diese war einfach nur allzu vorhersehbar.
Jede kleine Entwicklung wusste man bereits im Voraus, auch Tessas zwischenmenschliche Beziehungen zu ihrer Familie waren einfach - nicht überraschend. Der Vater nie da, die Mutter zu viel, dennoch angespanntes Verhältnis und die Schwester … ja, man wusste es alles bereits.
Oskars Vergangenheit und das Ende setzten dem ganzen da leider nur die Krone auf, denn so sympathisch mir dieses Pärchen war - die gesamte Geschichte war konstruiert. Und das merkte man.

Ebenso war es einfach too much, dass die Autorin versucht hat, allzu tiefgründige Gedanken unterzubringen. Es war zu viel des Guten, hat den sonst angenehmen, bildhaften (manchmal zu bildhaften: Schweiß, wohin das Auge reicht) beinahe zerstört. Und dabei kann Anne Freytag und sich auch in Jugendliche hineinversetzen.

Schade fand ich auch den Perspektivwechsel zum Schluss. Ich hätte mir einmal gewünscht, dass es konstant bei der Protagonistin geblieben wäre. Denn genau das wäre passend. 

Was ich allerdings auch loben muss: Die Musikanspielungen und die passende Playlist am Ende des Buches. So kleine Extras sind wirklich was tolles für den Leser.

Dieses Buch hat mich wirklich gespalten, denn einerseits war es gut geschrieben und man bleibt aufgrund des Pärchens bei der Stange, andererseits merkte man, dass einfach zu viel gewollt war und das hat dem ganzen einfach den Charme genommen.

Fazit:
Man muss nicht auf jeder Welle mitschwimmen


Rezension: Der Gerechte von John Grisham

Sonntag, 1. Mai 2016| | 0 Kommentare

John Grisham - Der Gerechte



Inhalt:
Sebastian Rudd ist geschieden, ein miserabler Vater und Anwalt. Er übernimmt die Fälle, die niemand sonst will - egal, wen, egal, was, egal, welche Drohungen ihn daran hindern wollen.
Sein Büro ist ein kugelsicherer Van, sein Bodyguard die einzige Hilfe.

Hardcover 
Seitenanzahl: 416
Erscheinungsjahr: 2016
Verlag: Heyne
Sprache: deutsch

Meine Meinung:
Der Klappentext ist sehr vielversprechend, aber wenn ich ehrlich bin, hab ich einen Roman mit zusammenhängendem Thema erwartet. Stattdessen bekommt man viele verschiedene Fälle in mehr oder minder Kurzgeschichten serviert. Etwas, das man von Grisham nicht so wirklich kennt. Es gibt einen durchläufigen roten Faden, Sebastian selbst, und jede Geschichte wird aufgelöst und auch nachher wieder erwähnt, sodass man merkt, dass einiges parallel läuft.

Sebastian Rudd ist ein interessanter Charakter, von dem ich gerne mehr lesen würde. Wenngleich auch nicht unbedingt von seiner Mixed Martial Arts - Leidenschaft. Die hat für meinen Geschmack zu viel Platz eingenommen. Aber die Fälle sind durchwegs interessant und typisch Grisham: kritisch wird das Rechtssystem unter die Lupe genommen, von einem Anwalt, der selbst nicht mehr so recht daran glaubt.
Wenn man mitbekommt, dass ein unschuldig Angeklagter trotz aller Gegenbeweise als Todeskandidat gehandelt wird, muss man schon einmal schlucken - wohlwissend, dass das nicht nur reine Fiktion ist. 

Dank des gewohnt flüssigen Schreibstils des Autors fliegt man durch die Fälle und als es dann auch noch persönlich wird, fiebert man als Leser mit und hofft auf eine gute Auflösung. Die es allerdings nicht immer gibt. Mehr möchte ich eigentlich gar nicht verraten, um nicht zuviel vorab zu nehemn.

Ich hoffe einfach, dass es mit Sebastian Rudd weitergeht - aber dann vielleicht mit einem richtig durchgängig erzählten Roman. So ganz hat mir die Erzählweise trotz allem nicht zugesagt.

Fazit:
Der Gerechte Sebastian Rudd


Vielen lieben Dank an den Heyne Verlag für das Rezensionsexemplar!

Rezension: Basar der bösen Träume von Stephen King

Sonntag, 17. April 2016| | 0 Kommentare

Stephen King - Basar der bösen Träume





Inhalt:

20 Kurzgeschichten erwarten uns in "Basar der bösen Träume", eine weitere Kurzgeschichtensammlung aus der Feder von Stephen King.

HardcoverSeitenanzahl: 768
Erscheinungsjahr: 2015
Verlag: Heyne
Sprache: deutsch

Meine Meinung:
Stephen King ist ein Autor, der zwei Schreibkünste beherrscht: er schreibt großartige Romane und großartige Kurzgeschichten. Wobei kurz hier manchmal das falsche Wort ist.

Dadurch war die Freude über einen neuen Kurzgeschichtenband natürlich groß, vor allem, da ich diesem Genre mittlerweile wesentlich mehr abgewinnen kann als früher noch.

Und doch wusste ich hier teilweise nicht, was ich von halten sollte.
Tolle, spannende Geschichten wechseln sich mit öden und teilweise sinnlosen Geschichten ab. Ein faszinierendes Werk wie "Ur" taucht im gleichen Buch auf wie das unsagbar langweilige "Premium Harmony". Dann wieder kommen seitenlange Baseballspielzüge an der Reihe ("Blockade Billy") und langweilen einen kein bisschen.
Die Qualität der Geschichten schwankt einfach. Und von manchen könnte man gar meinen, sie seien nicht von ihm geschrieben.

Irgendwie hab ich mehr erwartet, was auch daran lag, dass natürlich manche Geschichten schon bekannt waren, da sie früher veröffentlicht wurden (wie z.B. "Böser kleiner Junge" oder eben auch "Ur")
Was mir allerdings sehr gefallen hat, sind seine einführenden Erklärungen, wie er auf die Ideen kam - sehr interessant zu lesen.

Hier werden Albträume garantiert nicht wahr, denn keine der Geschichten hat das Zeug dazu, einen um den Schlaf zu bringen. Und bissig ist höchstens das Auto in "Raststätte Mile 81" (das auch schon bekannt war).
Doch langsam wird es wieder Zeit für einen echten King, für einen Roman, der einen nicht schlafen lässt, der einem noch lange nachgeht.

Aber wie das eben so ist: Nicht jedes Buch kann ein Meisterwerk sein - auch Stephen King ist nur ein Mensch.

Fazit:
Hier werden Albträume leider nicht wahr


Mein Dank gilt dem Heyne Verlag für die Zusendung des Buches!

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