Filmkritik: Grindhouse

Mittwoch, 9. April 2014| | 0 Kommentare

Heute befasse ich mich mit dem Double-Feature ''Grindhouse''.
Da ich mich mit Tarantino's abgefahrenen Werken beschäftige, gibt es diesmal auch eine längere Kritik von mir.
Viel Spaß!



Originaltitel: Grindhouse
Produktionsland: USA
Erscheinungsjahr: 2007
Länge: 191 Minuten
FSK: 18
Regie: Robert Rodriguez, Quentin Tarantino, Rob Zombie, Eli Roth, Edgar Wright, Jason Eisener
Darsteller: Kurt Russel, Vanessa Ferlito, etc

Was ist Grindhouse?
Als Grindhouse bezeichnete man US-Kinos in denen vor allem Exploitationfilme liefen. Dies umfasste dabei eine weite Palette von Horror-, Sexploitation- über Blaxploitation- bis hin zu Kung-Fu Filmen.
Ihre Blütezeit hatten diese Kinos Ende der 60er bis Ende der 70er.
Mit dem Boom des Videomarkts begann der Niedergang.
Um für ein größeres Publikum zu sorgen wurden oft Double Features angeboten d.h. es wurden zwei Film hintereinander gezeigt und dazwischen einige Trailer.
Sehr sorgfältig wurde mit dem Filmmaterial allerdings nicht umgegangen.
Es war keine Seltenheit, dass die Filmrollen so oft über den Projektor lief bis sie vollkommen verschlissen waren, was im harmlosesten Fall zu Filmrissen und Jump-Cuts, bis hin zum Fehlen einzelner Rollen und im Extremfall zur totalen Unbrauchbarkeit, führte.

Meine Meinung:
Exploitationkino in Reinkultur!
Tarantino und Rodriguez legten mit ihrem Double-Feature eine irrsinnige Hommage an die Trashfilme der 70er-Jahre vor.
Unglücklicherweise kam ihr "Grindhouse"-Projekt außerhalb Nordamerikas nicht in der Form in die Kinos, in der es von ihnen angedacht war, sondern nur die Langfassungen der beiden Projektbestandteile "Planet Terror" und "Death Proof" konnten auf der großen Leinwand bestaunt werden.
Auf DVD und Blu-Ray kann man sich aber glücklicherweise die ursprüngliche Fassung ansehen, was jeder Tarantino-, Rodriguez- und/oder Exploitation-Fan auch unbedingt tun sollte.
Und am besten nicht allein.
Ich habe mir vor ein paar Monaten die Blu-Ray zugelegt und mit einem Freund angeschaut und hatte soviel Spaß, wie nur bei wenigen anderen Filmen.
Die einzelnen Filme habe ich selbstverständlich in meiner Tarantino-Box auch :)

Die einzelnen Beiträge der Regisseuren bewerte ich hier separat, da sie sich doch sehr voneinander unterscheiden.
Danach widme ich mich der Gesamtbewertung.

Fangen wir also an:
1.
Los geht's mit dem Fake-Trailer zum Actionstreifen "Machete" von Robert Rodriguez, der später dann tatsächlich auch seinen dazugehörigen Film und selbiger auch kürzlich eine Fortsetzung (mit Ankündigung einer zweiten) erhielt. Ich hatte die Filmversion schon vor dem Trailer gesehen. Wenn man den Fake-Trailer mit dem späteren, "richtigen" Trailer und dem Film vergleicht, fällt auf, dass hier außer Danny Trejo in der Hauptrolle, Cheech Marin als schießwütigem Pfarrer, Jeff Fahey als Gegenspieler und "Tito & Tarantula"-Sänger Tito Larriva als einem von dessen Komplizen (der im Film nur maskiert auftritt und dort auch auf andere Weise sein Leben lässt) noch keiner der namhaften Stars zu sehen ist, die im Film auftreten.
Der bebrillte Gefolgsmann von Jeff Faheys Charakter, der Machete anschießt, wurde im Film außerdem durch Shea Wigham ersetzt.
Der Trailer an sich ist sehr unterhaltsam.
Ganz witzig und mit nicht wenigen abgedrehten Ideen, aber verglichen mit den anderen Fake-Trailern doch eher banal.

2.
Mit dem bluttriefenden "Planet Terror", ebenfalls von Rodriguez, kam dann auch schon der Höhepunkt.
Das Kunstblut spritzt nur so, man sieht hier schön eklige handgemachte Splatter- und Schleim-Effekte, es wird ordentlich was in die Luft gejagt und um sich geballert, coole Sprüche und viel nackte Haut sind auch enthalten.
Am ehesten kann man "Planet Terror" mit der zweiten Hälfte von "From Dusk Till Dawn" vergleichen.
Inhaltlich geht es um einen Kampfstoff, der Menschen in matschbeulige Zombies (naja, nicht direkt Zombies, denn wie in "28 Days Later" sind die Infizierten eigentlich noch am Leben) verwandelt und die Bewohner einer Kleinstadt, welche in dem entstehenden Chaos ums Überleben kämpfen.

Die Besetzung kann sich echt sehen lassen. In den Hauptrollen hat man Freddy Rodriguez (nicht mit dem Regisseur verwandt) als coolen Actionhelden und die ehemalige "Charmed"-Hexe Rose McGowan als seine Geliebte, welche dann gegen Ende auch ordentlich austeilt, wie schon das Plakat andeutet.
Man sieht außerdem: Josh Brolin als Arzt und fiesen Ehemann von Marley Shelton (spielte die Frau im roten Kleid am Anfang von "Sin City"), Robert Rodriguez' Sohn Rebel als Sohn des Paars, Sängerin Fergie als Sheltons Freundin, Rodriguez' Nichten Electra und Elise Avellan als "Crazy Babysitter Twins", Jeff Fahey und den ehemaligen "Terminator"-Star Michael Biehn als Brüderpaar, "Lost"-Star Naveen Andrews als psychopathischen, Hoden sammelnden Wissenschaftler und Bruce Willis als bösartigen Armeekommandanten, sowie mehrere alte Bekannte aus anderen Rodriguez-Filmen wie Splatterguru Tom Savini als Deputy und Michael Parks, der hier in seine Rolle des Texas Rangers Earl McGraw aus "From Dusk Till Dawn" und "Kill Bill" zurückkehrt, welcher, wie sich hier herausstellt, der Vater von Marley Sheltons Charakter ist.
Überhaupt gibt es hier auch nicht wenige Querverweise zu anderen Filmen von Tarantino und Rodriguez.
Der Name "El Wray" tauchte bereits in "From Dusk Till Dawn" auf, nur war es da der Ort zu dem die Gecko-Brüder aufbrachen und hier ist es der Name des Hauptcharakters.
Im Radio wird gegen Anfang außerdem der Tod von Jungle Julia erwähnt, welchen man dann in "Death Proof" zu sehen bekommt.
Der Film macht jedenfalls von Anfang bis Ende Laune.
Völlig überzeichnete Charaktere, teilweise bescheuerte Dialoge, galoppierende Unlogik, Unrealismus, aber auch viel Selbstironie und eine Menge witzige Einfälle wie eine fehlende Filmrolle und extrem abgedrehte Tötungsarten (Stichwort: Maschinengewehr-Prothese!) sorgen dafür, dass einem nie langweilig wird.
Untermalt wird das Ganze noch dazu von einem richtig geilen, von Rodriguez selbst komponierten Soundtrack, der sich an die Themen von John Carpenters 80er-Jahre-Klassikern anlehnt.
Und außerdem gibt es noch, bevor ich's vergesse, einen coolen Cameo-Auftritt von Tarantino persönlich, der wie in "From Dusk Till Dawn" wieder einen Perversling spielt und sich hier auf besonders denkwürdige, ein wenig an Carpenters "The Thing" erinnernde, Weise verabschiedet.

3.
Nun kam der nächste Fake-Trailer, welcher für mich auch der beste war. "Werewolf Women Of The SS" von Krawallrocker und Horrorregisseur Rob Zombie ist inspiriert von alten Nazi- und Sexploitationfilmen wie "Ilsa, She-Wolf of the SS" und spielt auch vom Titel her an selbigen an. Es geht hierin um Hitlers Plan, eine Rasse von Werwolf-Frauen zu erschaffen.
Die Experimente in einem Konzentrationslager geraten jedoch völlig außer Kontrolle.
"Werewolf Women Of The SS" hat die mit Abstand verrücktesten Ideen des ganzen Projekts zu bieten.
Man sieht ballernde Werwölfe, Nazi-Dominas, Explosionen und noch viel mehr. Als Darsteller hat man hier Udo Kier (mal wieder) als Nazi-Kommandanten, Rob Zombies Muse Sheri Moon und Sybil Danning, welche vor allem durch ihre Rolle in der trashigen ersten Fortsetzung zu Joe Dantes "Das Tier" Kultstatus erlangte, als SS-Domina-Schwestern, sowie Zombies Stammschauspieler Tom Towles und Bill Moseley.
Und zuletzt bietet einem Nicolas Cage seine mit Abstand verrückteste Darbietung überhaupt.
Der Trailer hat jedenfalls ordentlich Spaß gemacht und allein die Idee ist schon kultverdächtig.
Ich finde, er hätte es viel eher als "Machete" verdient gehabt, seinen eigenen Film zu bekommen.

4.
Unterbrochen von einem kurzen Werbespot für mexikanisches Essen der fiktiven Marke "Acuna Boys" geht es mit dem nächsten Fake-Trailer weiter. "Don't" von Edgar Wright, dem Regisseur der "Cornetto-Trilogie" ("Shaun Of the Dead", "Hot Fuzz" und "The World's End"), ist eine abgefahrene Hommage an den alten Splatterfilm "Das Leichenhaus der lebenden Toten".

Eine richtige Handlung ist im Trailer nicht erkennbar, dafür werden eine Menge brutaler Szenen aneinandergereiht, immer begleitet von der Warnung, etwas nicht zu tun, wie der Titel schon andeutet.
Die Bedrohung geht offenbar von Zombies, Dämonen, Geistern und schlichtweg Perversen aus.
Als Schauspieler sieht man hier u.a. Jason Isaacs (Lucius Malfoy aus den "Harry-Potter"-Filmen) und die beiden Hauptdarsteller der "Cornetto-Trilogie", Simon Pegg und Nick Frost.
Auch dieser Trailer macht ordentlich Laune und hat viele verrückte Ideen zu bieten.
Er hätte es meiner Meinung nach auch verdient, richtig verfilmt zu werden.
Wie bei "Werewolf Women Of The SS" wird da wohl aber in absehbarer Zeit nichts draus werden.
5.
Nun folgt der letzte Trailer, der blutrünstige "Thanksgiving" von "Hostel"-Regisseur Eli Roth, der den "Bärenjuden" in "Inglourious Basterds" spielte.
Ein Slasher um einen Killer, der seine Opfer an Thanksgiving enthauptet. Michael Biehn hat hier erneut einen Auftritt, ebenso Eli Roth selbst. Der Trailer ist schön schwarzhumorig und sehr brutal, hat ein paar lustige Sprüche ("Das ist Blut." Ach nee!) und völlig idiotische Handlungen der Opfer zu bieten (da knutscht die mit ihrem Freund, obwohl sie weiß, dass der Killer in der Nähe ist), er macht in der deutschen Synchronfassung außerdem wegen des Off-Kommentators, dessen Stimmer extrem tief und wohl auch etwas verfremdet wurde, Spaß.
Gegen Ende wurde er mir dann jedoch zu unappetitlich und geschmacklos. Die letzte Szene war schon hart an der Schmerzgrenze. Dazu brauche ich keinen Film.
6.
Als Abschluss folgt Tarantinos Beitrag, "Death Proof". Es geht hier um einen psychopathischen Stuntfahrer, dargestellt von Kurt Russell, der gern Jagd auf junge Frauen macht und sie bevorzugt bei Crashs ermordet. Seine erste Gruppe von Opfern spielen Jordan Ladd, Vanessa Ferlito und Sidney Poitiers Tochter mit demselben Namen als die erwähnte Jungle Julia, sowie erneut Rose McGowan.
Die im zweiten Teil des Filmes auftretende Gruppe, welche dann jedoch den Spieß rumdreht, besteht aus Zoe Bell (welche sich selbst spielt), Rosario Dawson, der aus der Serie "Cold Case" bekannten Tracie Thoms und Mary Elizabeth Winstead. Außerdem tauchen erneut Michael Parks als Earl McGraw und Marley Shelton als seine Tochter Dakota Block auf, sowie Michaels tatsächlicher Sohn James Parks, der in "Kill Bill" dessen Filmsohn spielte und diese Rolle hier wieder aufnimmt. T
arantino selbst und Eli Roth haben hier ebenfalls Cameo-Auftritte, allerdings sind diese bei weitem nicht so außergewöhnlich wie die vorherigen.
"Death Proof" bietet, wie man es von Tarantino kennt, geschliffene Dialoge, zahlreiche Filmzitate und Verknüpfungen zu weiteren Werken von ihm und Rodriguez, einen coolen 70er-Jahre-Soundtrack (mit u.a. T-Rex) und eine wirklich gut gefilmte Verfolgungsjagd zum Schluss.
Eine "fehlende Filmrolle" gibt es auch hier, diese erzielt aber leider nicht den gleichen witzigen Effekt wie bei "Planet Terror".
Mich störte es mich, dass man nicht mehr erfährt, was mit Winsteads Charakter passiert.

Allein für die Idee und den genialen Retro-Charme, einschließlich absichtlicher Filmfehler und mieser Bildqualität, ist dieses Projekt lobenswert.
Gesehen haben muss man das hier definitiv und am besten mit Freunden, dann macht es noch mehr Spaß.
Es kommt nämlich tatsächlich wirkliches Retro-Feeling auf und man kann sich vorstellen, wie damals die Stimmung in den 70er-Jahre-Grindhouse-Kinos gewesen sein muss.
Ich lege jedem Exploitationfan das Double-Feature wärmstens ans Herz.

Fazit:
Für Tarantinofans ein Muss!


PS:
Hoffe das war jetzt nicht zu ''freaky'' :D


Rezension: Seelenriss von Hanna Winter

Montag, 7. April 2014| | 0 Kommentare

Hanna Winter - Seelenriss



Inhalt: 
Berlin: Eine Frau verätzt sich das Gesicht und stürzt aus dem Fenster – zunächst sieht es für die Polizei wie ein Selbstmord aus.
Doch Profilerin Lena Peters hat einen anderen Verdacht und bald schon findet man weitere, nicht lange zurück liegende „Selbstmorde“, die ähnlich inszeniert waren.
Die Opfer wurden gezielt ausgewählt, doch die Polizei findet keinen Hinweis auf eine gemeinsame Verbindung.
Die Zeit drängt, denn der Täter hat noch eine weitere Person im Visier ...

Taschenbuch
Seitenanzahl: 350
Verlag: Ullstein
Erscheinungsjahr: 2014
Sprache: deutsch

Meine Meinung:
Das Buch ist der zweite Band mit der Profilerin Lena Peters.
1. Opfertod
2. Seelenriss

Das Buch ist spannend und rasant geschrieben, allerdings ging mir die Hauptperson Lena Peters etwas auf die Nerven.
Sehr positiv fiel mir auf, dass die Geschichte durchgehend spannend ist. Man möchte nicht aufhören zu lesen und fiebert mit den Protagonisten mit, wenn sie auf Tätersuche sind.
Die Geschichte wird hauptsächlich aus der Sicht von Lena Peters erzählt, aber zwischendrin werden immer wieder kurze Szenen eingeblendet, in denen man einen Blick auf den Täter werfen kann – jedoch ohne zu früh zu erkennen, um wen genau es sich handelt.
Diese Szenen steigern die Spannung noch, denn als Leser weiß man, was der Täter als nächstes vor hat und man fiebert mit Lena Peters und ihren Kollegen mit, dass sie rechtzeitig der Wahrheit auf die Spur kommen und die vorbereitete Tat verhindern.
Kurze Kapitel unterstützen die Spannung und man hat das Gefühl, die Geschichte rast auf ihren Höhepunkt zu.

Mit der Figur von Lena Peters konnte ich allerdings nicht so richtig warm werden. Sie erschien mir etwas zu sehr vom Schicksal gebeutelt.
Es gibt einen kleinen Rückblick am Anfang der Geschichte auf die Ereignisse von Band eins, Lena Peters musste darin traumatische Ereignisse erleben.
Die Autorin gönnt ihr auch in Band zwei keine Ruhe und mir wurde das etwas zu viel – wieviel muss eine Person denn erleiden und das gleich noch zweimal hintereinander?
Ich hätte es interessant gefunden, wie Lena Peters die Ereignisse verarbeitet und sich mit diesen Erinnerungen mit dem Alltag einer Profilerin auseinandersetzen muss – aber von Ermittlungsalltag kann keine Rede sein.
So wird Lena Peters zu einer Figur, die etwas unglaubwürdig wirkt und in ihren (scheinbaren) Launen und ihrer Unberechenbarkeit auf die Nerven fällt.

Polizeikollege Belling dagegen ist ein ruhiger Gegenpol, der ausgleichend wirkt. Ohne ihn wäre Lena noch viel schwerer auszuhalten gewesen.

Trotz meiner Probleme mit der Hauptfigur habe ich das Buch schnell und gerne gelesen – es ist ein Thriller, der seinen Namen verdient.

Fazit:
unglaubwürdiger als sein Vorgänger, dennoch sehr spannend!

 

Rezension: Opfertod von Hanna Winter

Samstag, 5. April 2014| | 0 Kommentare

Hanna Winter - Opfertod



Inhalt:
Kriminalpsychologin Lena Peters wird zu ihrem ersten Fall hinzu gezogen. Ganz neu in Berlin, neu im Team, versucht sie, die an sie gestellten Erwartungen zu erfüllen und den Serienmörder, der von der Presse nur der "Stümmler" genannt wird, zur Strecke zu bringen.
Doch auch sie kann die weiteren Opfer nicht verhindern, die tot aufgefunden werden, und denen jeweils ein amputiertes Körperteil fehlt.
Umso grausamer, als doch ein überlebendes Opfer gefunden wird.
So erfährt Lena, dass den Frauen ein Muskelrelaxanz gespritzt wird - sie erleben die Amputation bei vollem Bewusstsein.
Doch schon bald wird die Psychologin Opfer einer Intrige und vom Fall suspendiert.
Was sie aber nicht davon abhält, auf eigene Faust weiter zu ermitteln, um diesem Mann das Handwerk zu legen...

Taschenbuch
Seitenanzahl: 320
Verlag: Ullstein
Erscheinungsjahr: 2014
Sprache: deutsch

Meine Meinung:
Das erste Treffen zwischen Lena Peters, Kriminalpsychologin, und ihrem neuen Chef Kriminalkommissar Volker Drescher verläuft mehr als unglücklich.
In der Annahme ein Dieb lauert ihr vor ihrer neuen Wohnung auf, setzt sie den vermeintlichen Übeltäter beherzt mit einem kleinen Spaten außer Gefecht.
Dabei wollte Drescher sie erst einmal kennenlernen und schon ein kurzes Briefing bezüglich eines neuen Falles, zu dem Lena extra hinzugezogen wurde, geben.
Nachdem Drescher mit Eis und Whiskey versorgt ist, setzt er Lena über den Serientäter, der seit geraumer Zeit in Berlin junge Frauen unterschiedlicher Herkunft und Aussehen tötet und ihnen verschiedenste Körperteile amputiert, in Kenntnis.
Obwohl Lena von Anfang an ein skeptisches Gefühl, bezüglich der Akzeptanz ihrer Person durch Drescher hat, willigt sie ein mitzuarbeiten.
Doch die Zusammenarbeit ist recht kurz, denn durch eine Intrige innerhalb des Teams ist Lena schnell wieder draußen.
Allein nimmt sie die Ermittlungen auf, zu Hilfe kommt ihr ein pensionierter Beamter.
Genauso eigenwillig wie Lena und deshalb der Perfekte Partner, denn Hilfe kann sie gebrauchen.

Nach „Die Spur der Kinder“ und „Stirb“ schickt Hanna Winter sich an eine Reihe um die Kriminalpsychologin Lena zu beginnen.
Die Charaktere ihrer beiden Protagonisten sind ihr gut geglückt. Fast meine ich der brummige Wulf Belling ist mir sympathischer und authentischer dargestellt.
Die Figur der Lena gibt es in ihrer Darstellung so ähnlich schon in anderen Thriller-Reihen.
Auch die eigentliche Story ist nicht ganz so neu sondern für meine Begriffe nur neu interpretiert und auf den Großraum Berlin angesiedelt.
Trotzdem versteht es Hanna Winter den Leser zu fesseln und ihm schauerliches Lesevergnügen zu bescheren.
Ihr Schreibstil ist nach wie vor flüssig und durch die diesmal sehr kurz gehaltenen Kapitel recht schnell zu lesen.
Ich bin auf die Fortsetzung gespannt.

Fazit:
Guter Start einer neuen Krimireihe

Amrûn feiert Geburtstag: Station 2

Dienstag, 1. April 2014| | 0 Kommentare


banner jubiläum

Aus einem Buch werden viele, aus einer Idee ein Verlag – ein Jahr Amrûn liegt hinter uns, ein Jahr voller Herzblut, Schweiß und Eierlikör, voller Freude und Zweifel und vor allem: ein Jahr voller Bücher.
Es ist doch wirklich unglaublich, wie schnell so ein Jahr vergeht.
Es ist, als wäre es erst gestern gewesen, als die Idee zu Amrûn aufkam und aus einer Idee ernst wurde. Zwischen Imbissbude und Getränkestand entstand ein Verlag - unser Verlag. Nun ist bereits das erste Jahr vorbei und wir können sagen, dass wir bereits über 20 Bücher hervorbrachten, tolle Autoren entdeckten und noch viel mehr in Planung haben.

Um dieses Ereignis gebührend mit euch zu feiern, haben wir uns eine kleine Schnitzeljagd ausgedacht.
Gemeinsam mit einigen unserer Autoren stellen wir euch unsere Bücher und ihre Schöpfer etwas genauer vor. Jeder von ihnen wird eine Frage und einen Hinweis für euch parat haben. Am Ende wird aus den gesammelten Buchstaben der Antworten ein Lösungswort entstehen, das ihr einfach in das entsprechende Gewinnspielformular eintragen müsst und schon habt ihr die Chance auf eines der neun vorgestellten Bücher. Wir wünschen euch dabei viel Spaß und vor allem Glück!

Euer Amrûn Team  

Die Teilnahmebedingungen und das Gewinnspielformular findet ihr auf Horror and more und dem Amrûn Verlag.

Mängelexemplare: Dystopia

Buchdaten:
Herausgeber: Constantin Dupien
378 Seiten
Taschenbuchausgabe 14,80 €
ISBN 978-3-944729-41-1
Hardcoverausgabe 15,80 €
E-Book-Ausgabe 4,99 €
Kaufen bei Amrûn
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Neunzehn Autoren blicken in eine Zukunft, in der die Menscheit am Abgrund steht. Schreckensvisionen, die bald Realität werden könnten ...”Das in der allgegenwärtigen Hitze verdunstende Wasser hatte die Luftfeuchtigkeit bis ins Unerträgliche gesteigert. Metall rostete um ein Vielfaches schneller, als sie es aus der alten Welt kannten. Metallhaltiges Gestein nahm eine rost rote Farbe an. Ein optisches Phänomen, das durch das blutrote Licht einer sterbenden Sonne noch weiter verstärkt wurde, Selbst das den Himmel reflektierende Meer wirkte wie eine an den Rändern überkochende Blutsuppe, die im feinen Sand am Fuß des Berges versickerte und eine rötliche Algenschicht zurückließ.”

Mit Uwe Voehl, D.J. Franzen, Markus K. Korb, Vincent Voss, Tim Svart, Jennifer Jäger, Jana Oltersdorff, Lisanne Surborg, Andreas Zwengel, Regina Müller, Arthur Gordon Wolf, Michael Dissieux, Xander Morus, Thomas Backus, Constantin Dupien, Moe Teratos, Stefanie Maucher, Manfred Schnitzler, Mark us K. Korb, Torsten Scheib
Illustrationen von Julia Takagi


Constantin Dupien im Interview  

Wie stellst du dir den Untergang der Zivilisation vor?
Das ist eine sehr schwierige Frage, über die man natürlich nur mutmaßen kann. Fakt ist ja, dass die Menschheit (bisher) lediglich einen winzigen Part im Lebenszyklus unserer Erde einnimmt, die über die längste Zeit sehr gut alleine zurechtgekommen ist. In den letzten Jahrhunderten, vor allem seit der Industriellen Revolution, hat der Mensch unglaublich viel Schaden angerichtet und natürliche Ressourcen aufgebraucht oder vernichtet. Kurzum: Ich vermute, dass wir uns beständig unser eigenes Grab schaufeln. Da rede ich nicht von Singularitäten und medienaufbereiteten Modeerscheinungen wie dem Klimawandel oder einzelnen Aufständen, sondern von der geballten Kraft, die von sechs, sieben, acht, zehn Milliarden Menschen und mehr ausgeht beziehungsweise ausgehen wird. Da sind Themen wie Naturkatastrophen, atomare Verseuchung, Hungersnöte und politisch oder religiös motivierte Aufstände einzelne Aspekte eines großen Ganzen – alles jedoch hausgemachte Probleme. Wie lange dieser Prozess noch andauern wird und ob man ihn noch stoppen kann, ist eine andere Frage.

Die Herrschenden oder die Rebellen – auf welche Seite schlägst du dich?
Ich mache am liebsten mein Ding für mich, würde also wahrscheinlich auf eigene Rechnung arbeiten. Die Rebellen sind sexy und verwegen, das würde mir schon gefallen. Allerdings verfügt der herrschende Apparat sicher über die besseren Möglichkeiten, das eigene Leben möglichst luxuriös und hedonistisch zu verbringen. Doppelagent wäre eine gute Wahl, denke ich …

Wenn du die Macht darüber hättest – was würdest du an der heutigen Welt verändern?
Ich bin kein weltverbessernder Idealist, spare mir also die Weltfrieden-Floskel. Wie wäre es mit: Mehr Chancen für die Schwachen durch mehr Solidarität von den Starken? Das wäre doch ein erster Schritt in die richtige Richtung.  

Wie würdest du in einer dystopischen Welt leben wollen?
Entweder als unangefochtener Herrscher, dessen Leibwache alle Anarchisten, Aufrührer und sonstige Gegner von ihm fernhält. Oder gemeinsam mit meiner Freundin auf einer einsamen Insel, auf der es immer warm ist und auf der wir Katakomben mit einem umfassenden Literatur- und Filmarchiv finden. Ein Tennisplatz und Outdoor-Fitnessstudio in Strandnähe wäre auch noch ganz okay. Dann können die ganzen Verrückten ihr dystopisches Ding durchziehen und wir genießen das Leben. Ja, ich denke, durch das zweite Tor würde ich gehen. Ausgetrickst, wa?  

Kommen wir zur zweiten Frage: Als was bezeichnet sich Melanie Stoll im Bezug auf die Liebe? Die Antwort findet ihr auf der Homepage von Claudia Rapp! Der 5. Buchstabe gehört zum Lösungswort.
Zum Gewinnspielformular.

Übersicht aller teilnehmenden Seiten:
Station 1: Carmen Weinand
Station 2: Thoughts of Moon
Station 3: Claudia Rapp
Station 4: C.M. Singer
Station 5: Quicksilver Moon
Station 6: Jeamy Lee
Station 7: Melanie Stoll
Station 8: Simona Turini
Station 9: Sönke Hansen
Station 10: Constantin Dupien

Rezension: Joyland von Stephen King

Montag, 31. März 2014| | 4 Kommentare

Stephen King - Joyland



Inhalt:
Devon Jones ist am Boden zerstört, als ihn seine Freundin Wendy in den Ferien verlässt. Zum Glück bietet sein Arbeitsplatz, der Vergnügungspark Joyland, genug Ablenkung und Arbeit - und einen ungeklärten Mord ...

Hardcover
Seitenanzahl: 352
Verlag: Heyne
Erscheinungsjahr: 2013
Sprache: deutsch

Meine Meinung:
Mit Joyland geht Stephen King etwas weg vom Horrorgenre und dem Übernatürlichen (auch, wenn er nicht ganz aus seiner Haut kann) und verspricht seinen Fans einen Krimi, den er auch liefert.
Der Meister schlägt hier wieder eher ruhige Töne an, wenn er seine Leser gekonnt wie immer in die 70er Jahre entführt und das Lebensgefühl der Generation einfängt und wiedergibt - das kann keiner so gut wie er.

Er lässt seinen Protagonisten Devin Jones an Liebeskummer leiden, ohne zu langweilen, sondern verstehen zu lassen. Jeder wurde schon einmal sitzengelassen und kann das sicher nachvollziehen. Doch in Joyland gibt es keine Zeit zum Nachdenken, sondern viel zu tun. King bringt einem dabei das Schaustellerleben nahe, zeigt die Aufgaben, während er seine Geschichte web, den Mord nebenbei einbringt und nichtmal zur Hauptstory mach. Nein, das Hauptaugenmerk liegt auf Devon, der das Leben auf dem Jahrmahrt zu schätzen lernt, neue Freundschaften schließt und langsam erwachsen wird.

Mir war Devon Jones sehr sympathisch und es machte Spaß, ihn auf seinem Weg zu begleiten, seine Sicht der Dinge gezeigt zu bekommen, mit ihm zu wachsen.
Doch nicht nur er wächst, auch andere Charaktere erleben wir, alle gelungen und interessant, auch wenn man bald ahnt, mit wem etwas nicht stimmt. So ist der Showdown nicht überraschend, aber dennoch spannend.

Gegen Ende merkt man erst, wie sehr sich manche Personen ins Herz geschlichen haben, wenn man hart schlucken oder gar ein Tränchen verdrücken muss.
Ein gekonnter "Krimi" aus der Feder des Horrormeisters, dessen Lösung zwar einfach, in der Umsetzung aber mehr als gelungen ist.

Fazit:
Criminal meets Coming of Age


Vielen Dank an Heyne für das Rezensionsexemplar!

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